Social Media Check 2026: Detailhändler in der Schweiz
Lebensmittel landen bei uns allen regelmässig im Einkaufskorb – entsprechend omnipräsent sind die Schweizer Detailhändler in unserem Alltag. Diese Sichtbarkeit endet jedoch nicht an der Ladentür, sondern setzt sich online fort. Social Media ist dabei ein zentraler Ort, an dem sich zeigt, wie präsent und anschlussfähig eine Marke wirklich ist. Wir haben verschiedene Schweizer Detailhändler genauer analysiert und ihre Social-Media-Präsenz im Rahmen unseres Checks unter die Lupe genommen – die Ergebnisse teilen wir hier.

Wie präsentieren sich Schweizer Detailhändler auf Social Media?
Ein grosser Teil der digitalen Aufmerksamkeit verteilt sich heute auf eine Vielzahl von Plattformen und damit auf unterschiedliche Zielgruppen und Nutzungsgewohnheiten. Für Marken mit hoher Alltagspräsenz wie Schweizer Detailhändler stellt sich deshalb nicht nur die Frage, ob sie online präsent sind, sondern auch, wie breit diese Präsenz aufgestellt ist.
Unsere Analyse zeigt: Alle untersuchten Detailhändler sind auf Social Media aktiv, doch die Plattformabdeckung unterscheidet sich. Lediglich Migros, Coop und Manor sind auf allen sechs grossen Plattformen – Instagram, Facebook, X, LinkedIn, TikTok und YouTube – vertreten.
Auf weniger Plattformen vertreten zu sein, muss dabei nicht zwingend ein Nachteil sein. Vielmehr kann die Wahl der Plattformen auch Teil einer bewussten Content-Strategie sein, bei der Kanäle gezielt ausgewählt und Prioritäten gesetzt werden. Jedoch kann eine breitere Präsenz dabei unterstützen, unterschiedliche Zielgruppen und Nutzungsmuster gezielter zu erreichen.

Breite Kanalpräsenz – X hinkt hinterher
Schweizer Detailhändler sind digital klar präsent: Alle untersuchten Anbieter sind auf LinkedIn, TikTok, YouTube und Instagram vertreten. Auch Facebook bleibt ein wichtiger Kanal – dort sind alle ausser Volg aktiv. Deutlich zurückhaltender zeigt sich die Präsenz auf X, vormals Twitter: Lediglich drei der acht untersuchten Detailhändler nutzen die Plattform; konkret Migros, Coop und Manor.
Hat X an Bedeutung verloren? Unsere aktuelle Social-Media-Studie unterstreicht dies: Nur noch rund ein Fünftel der Befragten nutzt die Plattform zumindest gelegentlich.
In dieser Hinsicht ist der Vergleich mit unserem letzten Social-Media-Check zu den Detailhändlern Ende 2019 interessant: Schon damals war X – respektive damals noch Twitter – die Plattform mit der geringsten Bedeutung, was die digitale Präsenz der Detailhändler auf den sozialen Medien betraf. Damals wurde die Plattform aber noch von vier Detailhändlern genutzt – namentlich Migros, Coop, Manor und Aldi. Letzterer ist damit heute nicht mehr auf der Plattform aktiv.
Doch welche Inhalte teilen die Detailhändler überhaupt auf diesen Plattformen? Ein Blick auf die Profile zeigt ein breites Spektrum:
Zum einen ist da der Blick hinter die Kulissen. Dazu gehören Beiträge über die Herstellung und Herkunft von Produkten oder Storys aus dem Arbeitsalltag, in denen auch Mitarbeitende zu Wort kommen. Solche Inhalte schaffen Transparenz und stärken das Vertrauen der Kundschaft, da sie zeigen, wofür ein Unternehmen steht. Gleichzeitig spricht Content dieser Art auch potenzielle Arbeitnehmende – Stichwort Employer Branding – an.
Einige Player setzen dabei bewusst auf eine stärkere Trennung von Employer Branding und allgemeiner Unternehmenskommunikation. So betreibt Coop auf Instagram neben dem Hauptaccount auch den Kanal @coop.jobs, auf dem ausschliesslich berufliche Möglichkeiten, Mitarbeitendenporträts und Informationen zu Benefits im Zentrum stehen. Der Account wird aktiv gepflegt und regelmässig bespielt.
Auch die Migros verfügt mit @migrosgruppe.jobs über einen entsprechenden Kanal auf Instagram. Allerdings zeigt ein Blick auf die Aktivität, dass der letzte Beitrag aus dem August 2020 stammt. Der Account wird damit faktisch nicht mehr aktiv genutzt. Die Gründe für diesen Entscheid kennen wir nicht. Fest steht jedoch, dass Employer Branding im heutigen Wettbewerb um Fachkräfte an Bedeutung gewinnt und in der Unternehmenskommunikation entsprechend nicht ausser Acht gelassen werden sollte.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Contents der Schweizer Detailhändler auf Social Media sind klassische verkaufsorientierte Inhalte. Dazu zählen Hinweise auf aktuelle Aktionen, Rabatte, neue Produkte oder saisonale Angebote wie beispielsweise anlässlich Ostern. Klar: Diese Beiträge sollen kurzfristige Kaufanreize schaffen.
Darüber hinaus setzen die Schweizer Detailhändler auch auf interaktive Formate, um ihre Community aktiv einzubinden. Wettbewerbe, Gewinnspiele oder Umfragen laden die Nutzerschaft dazu ein, selbst aktiv zu werden. Das erhöht nicht nur die Reichweite, sondern fördert auch die Bindung zur Marke.


Coop und Migros sind Platzhirsche in Sachen Followerzahlen
Wer hat auf welchem sozialen Netzwerk die meisten Follower? Bei der Auswertung dominiert hier eine Farbe: Orange. Die beiden Riesen Coop und Migros – übrigens die zwei grössten Schweizer Detailhändler – setzen sich klar an die Spitze. Die Migros führt auf Instagram, Facebook, X und YouTube. Auf zwei Plattformen wird sie jedoch von Coop überholt: Auf LinkedIn und TikTok hat Coop jeweils die Nase vorn.
Bei den beiden letztgenannten Plattformen haben wir uns auch den Abstand zur Migros genauer angesehen. Auf TikTok liegt die Migros Coop dicht auf den Fersen: Der Unterschied beträgt lediglich 4 400 Follower. Auf LinkedIn zeigt sich hingegen ein anderes Bild – hier beträgt die Differenz über 73 000 Follower. Was die Followerzahlen betrifft, ist Coop somit auf der Business-Plattform deutlich stärker positioniert und erreicht dort aktuell eine klar grössere Community.
Die gleiche Situation haben wir bereits bei unserem letzten Social-Media-Check zu den Detailhändlern Ende 2019 angetroffen: Schon damals zeigte sich im direkten Vergleich auf LinkedIn, dass Coop gegenüber Migros die Nase vorne hatte – ein Muster, das sich auch in der aktuellen Auswertung erneut bestätigt. Gehen wir noch weiter in die Vergangenheit zurück und konsultieren unseren Social-Media-Check 2018, zeigt sich das gleiche Bild – nur fiel der Unterschied damals noch nicht so stark aus, was die Followerzahlen betraf: Bei der Migros zählten wir knapp 17 000 Follower auf LinkedIn und bei Coop 22 300. Damals betrug die Differenz lediglich rund 5 300 Follower. Heute hat sich dieser Abstand um ein Vielfaches vergrössert und liegt wie bereits oben erwähnt bei über 73 000 Followern. Die stärkere Positionierung von Coop auf der Business-Plattform ist damit kein einmaliger Ausreisser.
Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, wie sich die Followerzahlen allgemein über die Zeit entwickeln. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Migros auf Instagram: 2018 lag die Community noch bei rund 60 000 Followern. Bei unserem Check Ende 2019 haben wir bereits rund 100 000 User festgehalten. Heute, im April 2026, umfasst die Instagram-Community rund 290 000 Follower.

In Sachen Engagement sichert sich Spar den Spitzenplatz
Viele Follower zu haben ist schön und gut – von massgeblicher Bedeutung ist aber auch, wie stark die Community tatsächlich mit einem Account interagiert. Denn erst das Engagement zeigt, wie relevant der Content für die Zielgruppe wirklich ist. Deshalb haben wir die Engagement-Raten der letzten zehn Instagram-Reels der untersuchten Detailhändler ausgewertet. Wir sind wie folgt vorgegangen: Konkret haben wir sämtliche Likes, Kommentare, Shares und Saves der jeweiligen Reels zusammengezählt und ins Verhältnis zu den Impressionen gesetzt, um die Interaktionsrate zu berechnen.
Die höchsten Engagement-Rates erreichte dabei Spar (2,30 %), gefolgt von Aldi (2,13 %) und Denner (1,16 %).
Die drei Spitzenreiter haben wir uns daraufhin genauer angeschaut. Dabei ist uns aufgefallen: Formate mit klarer Interaktionsaufforderung – etwa Wettbewerbe, bei denen kommentiert werden muss – treiben die Engagement-Rates jeweils spürbar nach oben. Ein Patentrezept gibt es jedoch nicht. Denn ebenso zeigen sich Reels mit kreativen und unterhaltsamen Inhalten, etwa Comedy-Videos oder ausgefallenen Kochrezepten, als besonders wirkungsvoll – sie werden häufig geteilt oder repostet und tragen damit ebenfalls zu hohen Engagement-Raten bei.
Auch Influencer*innen werden gezielt in die Instagram-Content-Strategie eingebunden: So findet sich etwa auf dem Account von Aldi ein Reel, in dem Ex-Miss Schweiz Linda Fäh in Zusammenarbeit mit dem Detailhändler einen Wettbewerb durchführt. Und auf dem Account von Denner ist Koch-Influencer Noah Bachofen zu sehen, wie er Gerichte zubereitet und den Kochprozess im typischen Social-Media-Format inszeniert.
Fest steht: Erfolgreiche Reels entstehen nicht zufällig. Vielmehr hängen sie stark von der inhaltlichen und gestalterischen Umsetzung ab. Dazu braucht es sowohl die zündende Idee als auch das entsprechende Know-how in der Content Production. Beides lässt sich gezielt entwickeln und im Laufe der Zeit kontinuierlich ausbauen. Nicht zu unterschätzen ist zudem: Wer eine Community langfristig halten möchte, muss sie auch aktiv pflegen. Das Zauberwort hierfür lautet Community Management.
Last but not least: Migros und Coop verfügen zwar über die höchsten Followerzahlen auf den verschiedenen Plattformen. Die Analyse zeigt jedoch exemplarisch, dass eine grosse Community nicht automatisch zu mehr Interaktion führt. So belegen die beiden orangen Riesen in unserer Auswertung zur Engagement-Rate die letzten zwei Plätze.
Viel bedeutsamer als die reine Grösse der Community ist, wie stark diese tatsächlich mit den Inhalten interagiert – denn genau dort entsteht echter Mehrwert. Auch kleinere Communities können deshalb besonders wertvoll sein, wenn sie aktiv mit der Marke interagieren und sich regelmässig mit den Inhalten auseinandersetzen.

Aktivität: Manor liegt hier vorne
Beim Blick auf die Postingfrequenz liegt aktuell Manor klar an der Spitze: In den vergangenen 30 Tagen veröffentlichte der Detailhändler insgesamt 141 Beiträge auf vier Kanälen – davon 77 auf Instagram, 33 auf Facebook, 28 auf TikTok und 3 auf LinkedIn. Geht man von etwa 20 Arbeitstagen im Monat aus, entspricht das einer Frequenz von rund 7 Beiträgen pro Arbeitstag. Viele Beiträge zu veröffentlichen bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Inhalte auch erfolgreich performen. Essenziell ist vielmehr, wie zielgerichtet und plattformspezifisch die Inhalte aufbereitet sind. Mit einer klaren Strategie zu posten, ist hier das A und O.
Auf Rang zwei folgt Lidl mit insgesamt 130 Posts, verteilt auf 53 Beiträge auf Instagram, 46 auf Facebook, 15 auf TikTok, 12 auf LinkedIn sowie 4 auf YouTube.
Den dritten Platz sichert sich Spar mit 89 Beiträgen: 35 auf Instagram, 35 auf Facebook, 9 auf TikTok, 9 auf YouTube sowie 1 auf LinkedIn.
Bei Spar ist uns aufgefallen, dass die Anzahl der Beiträge auf Instagram und Facebook exakt gleich hoch ist. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die drei Unternehmen auf Crossposting setzen und Inhalte kanalübergreifend mehrfach verwenden. Konkret wird bei Instagram und Facebook durchgehend Crossposting betrieben. Auf TikTok werden teilweise Inhalte übernommen, jedoch werden dort mehrheitlich eigenständige Videos produziert. Bei LinkedIn hingegen wird kein Crossposting eingesetzt. Auf den ersten Blick wirkt das Einsetzen von Crossposting zwar effizient und konsistent, greift jedoch die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Plattformen nur bedingt auf.
Denn man muss sich bewusst sein: Inhalte funktionieren nicht auf jeder Plattform gleich. Was auf einem Kanal gut performt, muss auf einem anderen nicht zwingend dieselbe Wirkung erzielen. Darum ist es das A und O, die jeweiligen Plattformlogiken zu verstehen und den Content entsprechend auszurichten, um die Stärken der einzelnen Kanäle besser für die eigenen Zwecke zu nutzen.

Zum Schluss: Wie redaktionsfreudig sind die Schweizer Detailhändler?
Zum Abschluss haben wir analysiert, wie schnell die untersuchten Detailhändler auf Direktanfragen über Instagram reagieren. Ob aus Reichweite nämlich auch echter Austausch mit der Community entsteht, zeigt sich, indem auf Kommentare und Nachrichten aktiv eingegangen wird.
Die Bestnoten in dieser Kategorie erzielten Migros und Lidl, die unsere Direktnachrichten innert Minuten beantworteten. Bei Coop und Aldi erfolgte die Rückmeldung jeweils innerhalb von bis zu einer Stunde, während Manor nach einigen Stunden reagierte. Bei Spar mussten wir rund einen Tag auf eine Antwort warten. Denner und Volg reagierten nicht auf unsere Anfrage.
Gestützt auf unsere langjährige Erfahrung wissen wir: Je schneller auf Nachrichten reagiert wird, desto eher entsteht bei Nutzer*innen das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden. Diese einzelnen Interaktionen prägen massgeblich, wie eine Marke in der Community wahrgenommen wird.
Fazit für Social Media im Detailhandel: Potenziale erkennen und nutzen
Kein Zweifel: Schweizer Detailhändler gehören zu den bekanntesten Marken des Landes – der Einkauf findet so oder so statt. Die Frage ist daher naheliegend, ob eine Präsenz auf Social Media überhaupt einen echten Mehrwert bietet. Die klare Antwort lautet: ja, unbedingt! Denn die Entscheidung fällt heute nicht im Moment des Betretens der Filiale, sondern lange davor im Kopf der Konsument*innen: Welche Marke ist präsent, wenn die Kaufentscheidung entsteht? Welche Angebote bleiben im Alltag überhaupt in Erinnerung? Genau hier beeinflusst Social Media, welche Rolle ein Detailhändler im Alltag tatsächlich einnimmt.
Hinzu kommt: Social Media wird heutzutage auch im Employer Branding gezielt eingesetzt. Gerade im Detailhandel, der kontinuierlich auf neue Mitarbeitende angewiesen ist, bieten Social-Media-Kanäle die Möglichkeit, Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben und sich als attraktive Arbeitgebermarke zu positionieren. So entsteht eine zusätzliche Wirkungsebene, die über die reine Kundenansprache hinausgeht.
Apropos: Wie gut ist eigentlich die Social-Media-Präsenz eures Unternehmens aufgestellt? Als Fullservice-Online-Agentur unterstützen wir euch gern dabei, Potenziale aufzudecken und massgeschneiderten Content für eure Kanäle zu entwickeln – von Text über Foto und Video bis hin zu weiteren Formaten. Klingt spannend? Wir freuen uns auf eine unverbindliche Kontaktaufnahme.
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