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Social Media Check 2026: Fitnessketten in der Schweiz

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Wann warst du zuletzt im Gym? Wahrscheinlich erst vor Kurzem – waren doch per Ende 2025 laut Erhebungen rund 1,45 Millionen Menschen in der Schweiz Mitglied in einem Fitness- oder Gesundheitscenter. Die Branche stemmt also ordentlich Gewicht. Mithilfe der sozialen Medien können Fitnessketten ihre Angebote präsentieren und sowohl potenzielle als auch bestehende Kund*innen als auch Mitarbeitende ansprechen. Wer hier keinen langen Atem hat, verliert schnell den Anschluss ans Spitzenfeld. Doch wie nutzen die grössten Schweizer Fitnessketten Social Media tatsächlich? Wir wollten es genau wissen – die Ergebnisse teilen wir hier.

Warum Social Media im Fitnessmarkt zum Wettbewerbsfaktor wird

Laut swiss active ist die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen mit 26,1 % erstmals die grösste Mitgliedergruppe und hat damit die 30- bis 39-Jährigen überholt. Die jüngere Generation hat in der Fitnessbranche damit bereits die Pole Position übernommen.

Diese Entwicklung ist insbesondere deshalb relevant, weil genau diese Generation – die Generation Z – stark digital geprägt ist und Social Media intensiv in ihrem Alltag nutzt. Unter anderem verbringen Gen Z-Nutzer*innen im Schnitt rund 42 Stunden pro Woche am Smartphone, wie in unserem letzten GenZ-Report nachzulesen ist. Die Screen Time dieser Generation ist also längst in der Liga der Ausdauersportler zu verordnen.

Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, die Fitnessbranche ausschliesslich auf diese Zielgruppe zu verengen – schliesslich besuchen auch andere Altersgruppen Fitnessstudios und bewegen sich gleichermassen auf den sozialen Medien.

Breite Kanalpräsenz – X hinkt in grossem Abstand hinterher

Schweizer Fitnessketten sind digital präsent. Alle untersuchten Anbieter sind dabei auf Facebook und Instagram vertreten. Den zweiten Platz sichert sich die Businessplattform LinkedIn – dort sind alle ausser discountfit.ch vorzufinden. Die Bronzemedaille geht an YouTube und TikTok, welche je acht von zehn Fitnessketten nutzen. Bei X – ehemals Twitter – bleibt die Trainingsfläche hingegen verwaist: Keine der von uns geprüften Fitnessketten ist dort noch aktiv vertreten; die Plattform spielt in ihrer Social-Media-Strategie faktisch keine Rolle mehr.

Doch welche Inhalte teilen die Fitnessketten überhaupt auf besagten Plattformen? Ein Blick auf die Profile zeigt ein breites Spektrum: Dazu gehören beispielsweise informative Inhalte, etwa zu aktuellen Fitness-Trends wie HYROX oder zur korrekten Ausführung von Übungen. Ebenso greifen die Anbieter aktuelle Ereignisse auf, etwa wenn ein neuer Standort eröffnet hat.

Auch Employer Branding ist bereits fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie bestimmter Anbieter. Beispielsweise setzt PureGym auf LinkedIn mit der Reihe «Employee Spotlight!» gezielt auf Mitarbeitendenporträts und veröffentlicht dort regelmässig Stellenangebote. Auch Activ Fitness und Fitnesspark – beide Teil der movemi AG – nutzen Social Media für Employer Branding, indem sie Mitarbeitende in Videoformaten vorstellen und Inhalte kanalübergreifend zwischen Instagram und LinkedIn verknüpfen.

Auf drei Plattformen führt Kieser das Feld in Sachen Followerzahlen an

Wie stark sind die einzelnen Fitnessketten auf den verschiedenen Plattformen positioniert? Die Analyse der untersuchten Anbieter zeigt: Kieser verfügt auf drei Plattformen über die höchste Anzahl an Followern – konkret auf Facebook, LinkedIn und YouTube – und ist damit insgesamt am häufigsten in der Spitzenposition vertreten. Auf Instagram verzeichnet hingegen Let’s Go Fitness die grösste Community. Auf TikTok wiederum führt PureGym das Ranking an und erzielt dort die höchste Followerzahl unter den analysierten Fitnessketten. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die Followerzahlen über alle Plattformen hinweg eher tief ausfallen und damit noch Ausbaupotenzial im Social-Media-Auftritt besteht.

Dass hier noch deutlich Luft nach oben besteht, zeigt auch der Blick über die untersuchten Fitnessketten hinaus. So kommt beispielsweise Balboa Fitness trotz lediglich drei Standorten auf über 12’000 Follower auf Instagram – und zeigt den Mitbewerbern auch inhaltlich, wo der Kettlebell hängt. Noch deutlicher zeigt sich das Potenzial bei HYROX: Die Fitnesssportart lebt stark von Social Media, setzt konsequent auf Community, Wettbewerb und dynamische Content-Formate und hat sich damit innert kurzer Zeit enorme digitale Sichtbarkeit aufgebaut. So verzeichnet der Schweizer Account über 18’000 Follower. Im direkten Vergleich dazu befinden sich die von uns analysierten Fitnessketten auf Social Media derzeit noch eher im digitalen Warm-up.

In Sachen Engagement sichert sich Kieser den Spitzenplatz

Die Anzahl Follower sagt wenig über die Wirkung eines Accounts aus – entscheidend ist das tatsächliche Engagement der Community. Denn erst dieses zeigt, wie relevant der Content für die Zielgruppe wirklich ist. Deshalb haben wir die Engagement-Raten der letzten zehn Instagram-Reels der untersuchten Fitnessketten ausgewertet. Konkret haben wir sämtliche Likes, Kommentare, Shares und Saves der jeweiligen Reels zusammengezählt und ins Verhältnis zu den Impressionen gesetzt.

Die höchsten Engagement-Rates erzielt dabei Kieser mit 3,01 %, gefolgt von Let’s Go Fitness mit 2,45 % und clever fit mit 1,45 %.

Kieser setzt in seinen Reels primär auf Inhalte, welche die Nutzung von Trainingsgeräten erklären und deren korrekte Anwendung im Studioalltag zeigen. Diese edukative Ausrichtung trifft die Bedürfnisse der Zielgruppe direkt und sorgt für hohe Relevanz. Besonders auffällig ist dabei, dass diese Inhalte nicht nur Likes generieren, sondern auch häufig per Direktnachricht geteilt werden – der Content übernimmt hier also die Funktion eines Coaches im Feed.

Let’s Go Fitness fokussiert in seinen Reels hingegen stärker auf aktivierende Inhalte rund um Events, Probetrainings und Aktionen. Nutzer*innen werden dabei direkt zur Teilnahme eingeladen oder können sich über die Inhalte für kommende Angebote informieren. Es scheint, dass Let’s Go Fitness dabei einen stärkeren Fokus auf potenzielle statt bestehende Mitglieder legt und die Inhalte entsprechend primär auf Akquisition ausgerichtet sind. Hin oder her: Wenn solche Inhalte im Freundeskreis geteilt werden, etwa um gemeinsam an einem Event teilzunehmen, wirkt sich das zusätzlich positiv auf das Engagement aus.

clever fit erzielt seine hohen Engagement-Werte unter anderem durch interaktionsstarke Formate wie Wettbewerbe, bei denen Nutzer*innen in den Kommentaren andere Personen markieren müssen, um teilzunehmen. Zusätzlich performen auch trendbasierte Inhalte gut, etwa Reels, die aktuelle Social-Media-Trends kreativ aufgreifen und adaptieren.

Influencer Marketing in der Fitnessbranche

Dass man mithilfe von Influencer*innen auf sich aufmerksam machen kann, haben die Fitnessketten in der Schweiz ebenfalls für sich erkannt. So kooperiert beispielsweise Circus Knie mit clever fit und zeigt in gemeinsamen Content-Formaten, wie Artist*innen in den Fitnessstudios gezielt für ihre Auftritte trainieren. Die Zusammenarbeit verbindet damit Entertainment und Fitness und sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit über die eigene Kernzielgruppe hinaus.

Aktivität: Update Fitness liegt hier vorne

Und wie sieht es mit der Postingfrequenz aus? Auch das haben wir uns genauer angeschaut: Auf dem ersten Platz liegt in dieser Hinsicht Update Fitness mit insgesamt 49 Beiträgen in den vergangenen 30 Tagen. Die Inhalte verteilen sich auf 28 Posts auf Instagram, 19 auf Facebook sowie je einen Beitrag auf YouTube und LinkedIn. Geht man von etwa 20 Arbeitstagen im Monat aus, entspricht das einer Frequenz von zwischen zwei und drei Beiträgen pro Arbeitstag. Das ist ganz schön sportlich!

Den zweiten Platz sichert sich clever fit mit insgesamt 33 Posts. Davon entfallen 15 Beiträge auf Instagram, 10 auf TikTok, 6 auf Facebook und 2 auf LinkedIn.

Auf dem dritten Rang folgt discountfit.ch mit insgesamt 32 Beiträgen, verteilt auf 14 Posts auf Instagram, 14 auf Facebook und 4 auf TikTok.

Bei discountfit.ch ist uns aufgefallen, dass die Anzahl der Beiträge auf Instagram und Facebook exakt gleich hoch ist. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Fitnesskette auf Crossposting setzt und Inhalte kanalübergreifend mehrfach verwendet.

Fest steht: Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz lässt sich Content heute schneller und in grösserem Umfang produzieren als je zuvor. Auch discountfit.ch nutzt diesen Ansatz und setzt in diversen Reels auf KI-generierte Videos mit digital erzeugten Personen.

Unabhängig davon, ob Fitnessketten auf Inhalte mit Unterstützung von KI setzen oder Content mit persönlichen und authentischen Einblicken vorziehen, gilt: Eine hohe Postingfrequenz allein reicht nicht aus, damit Inhalte automatisch gut performen. So liegt discountfit.ch trotz hoher Postingfrequenz am Ende des Rankings beim Engagement.

Schweizer Fitnessketten sind nicht sehr reaktionsfreudig

Last but not least haben wir analysiert, wie schnell die untersuchten Fitnessketten auf Direktanfragen über Instagram reagieren. Die Bestnoten in dieser Kategorie erzielten Update Fitness und well come FIT, die beide innert weniger Minuten auf unsere Nachrichten reagierten – quasi ein «well done FIT» in eigener Sache! Ebenfalls positiv fiel die Reaktionszeit von clever fit und NonStop Gym auf, die innerhalb eines Tages antworteten.

Die übrigen sechs Anbieter – Activ Fitness, Let’s Go Fitness, Kieser, PureGym, discountfit.ch sowie Fitnesspark – liessen unsere Anfrage unbeantwortet.

Dabei sind genau diese Interaktionen oft entscheidend dafür, wie eine Marke wahrgenommen wird. Community Management sollte deshalb nicht unterschätzt werden. Gestützt auf unsere langjährige Erfahrung wissen wir: Je schneller auf Nachrichten reagiert wird, desto eher entsteht bei Nutzer*innen das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden. Gerade aus Sicht potenzieller Kund*innen macht das einen Unterschied: Wer zum Beispiel zwei Fitnessketten anschreibt und nur von einer eine Antwort erhält, wird diese Marke tendenziell als zugänglicher und kundenorientierter wahrnehmen.

Fazit zu Social Media in der Fitnessbranche: Ein relevanter Hebel – aber kein Selbstläufer

Die Schweizer Fitnessbranche befindet sich in einer klaren Wachstumsphase: Bereits heute ist fast jeder fünfte Erwachsene in einem Fitnesscenter angemeldet. Dieses Wachstum wird zunehmend von der Generation Z getragen, welche die grösste Mitgliedergruppe darstellt. Es handelt sich dabei um eine digital sozialisierte Zielgruppe, die Marken primär über Social Media wahrnimmt, bewertet und miteinander vergleicht. Für sie ist Social Media in vielen Fällen der erste Kontaktpunkt mit einer Marke.

Vor diesem Hintergrund könnte es sich auch für Fitnessketten lohnen, den sozialen Kanälen mit einer ganzheitlichen Strategie Rechnung tragen – ohne dabei andere Altersgruppen auszublenden, die ebenfalls tagtäglich digitale Plattformen nutzen und über Social Media erreicht werden können.

Hinzukommt, dass sich der Fachkräftemangel in der Fitnessbranche weiter verschärft. Gerade potenzielle Mitarbeitende gewinnen über Social Media einen ersten Eindruck davon, wie eine Fitnesskette intern kommuniziert und wie präsent sie als Arbeitgeberin überhaupt ist. Social Media wird im Zuge dessen zu einer zentralen Schnittstelle zwischen Markenwahrnehmung und Personalgewinnung – oder anders gesagt: zum ersten Warm-up vor dem eigentlichen Job.

Apropos: Wie stark ist eigentlich die Social-Media-Präsenz eures Unternehmens aufgestellt? Als Fullservice-Online-Agentur unterstützen wir euch dabei, ungenutzte Potenziale sichtbar zu machen und zielgerichteten Content für eure Kanäle zu entwickeln – von Text über Foto und Video für Social Media bis hin zu Formaten rund um Employer Branding. Klingt spannend? Wir freuen uns auf eine unverbindliche Kontaktaufnahme.

Kategorie:  Social Media

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