Online-Textprüfung mit Duden
Wer im (Berufs-)Alltag viele Texte schreibt, der muss sich auch mit Grammatikregeln und Rechtschreibung auseinandersetzten. Selbst Sprachprofis brauchen hin und wieder die Hilfe eines Wörterbuches. Natürlich ist es im digitalen Zeitalter längst nicht mehr nötig, den Duden in gedruckter Form auf dem Pult zu haben. Sämtliche Infos und sprachlichen Regelungen findet man online. Neuerdings ist es auf Dudens Website sogar möglich, (kurze) Texte grammatikalisch, orthographisch und stilistisch überprüfen zu lassen. Wir sagen, was dieses Tool taugt.
Ein Mail, ein Brief, eine Rechnung, eine Präsentation, eine Erklärung – viele Jobbprofile in den unterschiedlichsten Bereichen beinhalten das Verfassen von längeren oder kürzeren Texten. Egal wie umfangreich dieser Text ist und egal an wen er sich richtet: sprachlich sollte er korrekt sein. Plagen einen selbst Unsicherheiten hinsichtlich der deutschen Grammatik, kann das neue online verfügbare Textprüfungstool von Duden Abhilfe verschaffen.
Das Tool ist direkt auf der Startseite www.duden.de sicht- und verfügbar. Im vorgegebenen Feld mit dem Titel «Rechtschreibprüfung» kann der zu überprüfende Text eingegeben oder reinkopiert werden.
Korrekturen mit Lerneffekt
Innert kürzester Zeit liefert der Dienst – sofern nötig – sehr zuverlässige Korrekturen. Duden markiert orthographische Fehler mit Rot, grammatikalische Fehler werden in Grün ausgezeichnet. Mit einem Linksklick auf die markierte Stelle erfährt man, was falsch gemacht wurde und erhält Korrekturvorschläge. Dies ist nicht nur sehr nützlich, sondern auch positiv für den Lerneffekt.
Eingeschränkter Dienst
Auch wenn das Tool sehr effizient und rasch Hilfe bietet, eignet es sich nicht, um lange und komplexere texte korrigieren zu lassen. Das Gratisangebot ist auf eine Textlänge von 800 Zeichen (inklusive Leerzeichen) beschränkt. Um einen längeren Text zu überprüfen, müsste man ihn in Abschnitte unterteilen und häppchenweise korrigieren lassen. Deswegen ist der Dienst nicht dazu da, um mehrere Seiten umfassende Fliesstexte zu korrigieren, sondern eignet sich viel mehr, um eventuelle sprachliche Unsicherheiten in einzelnen Sätzen auszuräumen. Weiter zu beachten ist, dass der Algorithmus regionale bzw. dialektale Besonderheiten vielfach nicht erkennt.
Duden-Mentor gegen Bezahlung
Aktuell entwickelt der Verlag indes einen online-Mentor für eine noch umfassendere sprachliche Überprüfung. Dieser wird dann in der Lage sein, auch längere Texte zu korrigieren und soll zudem dabei helfen, den eigenen Schreibstil zu optimieren. Momentan ist der Mentor in der Beta-Version unter www.mentor.duden.de aufrufbar. Nach einer Registration kann er kostenlos getestet werden. Diese Testversion bietet die Überprüfung für Texte bis zu 1500 Zeichen an, was – je nach Textart – ungefähr einer A4-Normseite entspricht. Nach der definitiven Einführung wird man für den Dienst verständlicherweise bezahlen müssen. Wer im Alltag öfters Texte schreibt (und veröffentlicht) und keine Möglichkeit hat, den Text von jemandem gegenlesen zu lassen, sollte sich den Kauf aber überlegen.
Fazit
Schnell, umfassend, hilfreich – so lässt sich das online Textprüfungs-Tool von Duden zusammenfassen. Das Angebot ist absolut ausreichend und zuverlässig, wenn man einzelne Sätze oder kurze Textabschnitten auf sprachliche Fehler überprüfen lassen möchte. Es ersetzt aber auf keinen Fall einen menschlichen Korrektor oder Lektor. Viel näher an einen solchen kommt der Duden-Mentor, den der Verlag zurzeit etabliert. Dieser Dienst wird dann allerdings nur kostenpflichtig voll verfügbar sein. Vorsicht geboten ist bei Umgangssprache und Dialektwörtern. Duden korrigiert den Text gemäss den programmierten deutschen Grammatikregeln, die sich nicht zwingend mit der Sprache, wie sie im Alltag von Menschen gebraucht wird, decken.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe den Duden-Mentor (Beta-Version) getestet.
Bei der Begrüßungsformel “Herzlich Willkommen!” wird leider kein Fehler angezeigt.
Mit freundlichen Grüßen
Eberhard Brenner
PS: Bei den Eingabedaten wird auch die E-mail verlangt.
Das dürfte aber falsch geschrieben sein, oder?
Guten Tag
Leider verstehe ich nicht ganz, was Sie damit meinen: “Bei den Eingabedaten wird auch die E-mail verlangt. Das dürfte aber falsch geschrieben sein, oder?” Bezieht sich das auf den Blog-Artikel oder direkt auf Duden? Was mich sonst noch interessieren würde: Was sind Ihre Eindrücke des Mentors? Werden Sie ihn weiter verwenden (und dafür bezahlen)? Freue mich auf Ihr Feedback, viele Grüsse
Viviane Birnstiel
Sehr geehrte Damen und Herren,
probehalber habe ich bei “Duden-Mentor” einen Nonsense-Satz eingegeben: “Der Tag, wohin ich gekauft wurde, war verregnet.”
Leider wurden keine Fehler gefunden.
Auch andere “merkwürdige” grammatische Konstruktionen wurden akzeptiert.
Daher ist das Tool für mich leider nicht hilfreich, da nicht zuverlässig.
Viele Grüße
Claudia Stein
Grüezi Frau Stein
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Das ist in der Tat sehr unbefriedigend, wenn ein scheinbar offensichtlich falscher Satz nicht korrigiert wird. Meine Erfahrungen sind allerdings gut, auch wenn einzelne Kommata nicht immer erkannt werden. Der Mentor steckt natürlich noch in den Kinderschuhen und braucht wohl noch etwas Zeit, sich zu entwickeln. Es lohnt sich sicherlich, ihn zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zu testen. Bis dahin müssen dann wohl noch Korrektoren aus Fleisch und Blut einspringen – das ist ja auch ganz schön.
Liebe Grüsse
Viviane Birnstiel
Sehr geehrte Frau Birnstiel,
zunächst einmal Danke für Ihre Antwort.
Um einen Kommentar abgeben zu können, wird u.a. die Angabe von Namen und E-mail verlangt. E-mail ist sicher falsch geschrieben.
Wie kann so etwas passieren?
Bei einer größeren Leistungsfähigkeit des Duden-Mentors kann ich mir eine Verwendung gut vorstellen und werde dann auch dafür bezahlen.
Die im Fazit genannte Einschätzung kann ich nicht teilen. Es handelt sich um eine bis jetzt nicht gelungene Beta-Version.
Frau Birnstiel, Sie schreiben in Ihrer Antwort an Frau Stein: …braucht wohl noch etwas Zeit, sich zu entwickeln.” Ist das Ihr Ernst?
Mit freundlichen Grüßen
Eberhard Brenner
Lieber Herr Brenner
Das mit der E-Mail bezieht sich auf unseren Blog, jetzt hab ich’s verstanden, entschuldigen Sie. Sie haben natürlich recht, es müsste E-Mail heissen. Wie genau das passieren konnte, kann ich Ihnen nicht sagen, leider geht das ja manchmal ganz schnell. Aber zum Glück ist das in der Regel auch schnell korrigiert. Danke Ihnen für den Hinweis.
Mein Text bezieht sich in erster Linie auf das direkt auf der Startseite abrufbare Tool, mit dem sich einzelne Sätze korrigieren lassen. Da funktioniert – da bin ich nach wie vor der Meinung – relativ gut. Der Mentor hat auf jeden Fall noch seine Schwächen und ja, er braucht noch Zeit, sich zu entwickeln. Eine Beta-Version ist ja dazu da, Fehler bei der Funktion, bei der Bedienung und bei der Programmierung zu finden. Da gibt es also scheinbar noch einige, die ausgemerzt werden müssen. Auch künstliche Intelligenz muss lernen, deshalb ist das eine Frage der Zeit. Ich werde ihn fleissig weiter testen und bin gespannt, wie er “gedeiht”.
Viele Grüsse
Viviane Birnstiel
Sehr geehrte Frau Birnstiel,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Sie haben den 2. Teil meiner Bemerkungen offensichtlich nicht verstanden.
Ich schlage deshalb vor, dass Sie mich per E-Mail kontaktieren sollten.
Mit freundlichen Grüßen
Eberhard Brenner
Vielen Dank für den Artikel. Sehr interessant. Ich verstehe die Problematik vollkommen. Hole mir beim Bloggen oft Hilfe bzgl. der Rechtschreibung.
Lieben Gruß,
Svenja
Liebe Svenja
Danke für die Rückmeldung. Auch wenn man sprachlich eigentlich sattelfest ist, entstehen hin und wieder Unsicherheiten – dann ist das Tool ganz nützlich.
Weiterhin viel Freude beim Bloggen wünsch ich dir.
Liebe Grüsse
Viviane