Zehn führende Schweizer Maschinenbau- und Industrieunternehmen im Social-Media-Check
In der Schweizer Maschinenbau- und Industriebranche zählen in erster Linie Präzision, Technik und Innovation – die Wahrnehmung des Unternehmens von aussen ist dabei aber mindestens genauso wichtig. Potenzielle Kund*innen, Partner und Fachkräfte informieren sich heutzutage online; an den sozialen Medien führt dabei kein Weg vorbei. Plattformen wie LinkedIn, Instagram &. Co. sind längst zentrale Anlaufstellen, um sich einen Eindruck von Unternehmen zu verschaffen. Wir haben die zehn grössten Player der Branche unter die Lupe genommen und unter anderem geprüft, auf welchen Kanälen sie aktiv sind und wie hoch ihre Engagement-Rate ist – die Ergebnisse teilen wir hier.

Wie präsentieren sich Schweizer Maschinenbau- und Industrieunternehmen auf Social Media?
Die Schweizer Maschinenbau- und Industrieunternehmen sind bekannt für Präzision, technisches Know-how und Innovation. Doch diese Werte allein sichern heutzutage keinen langfristigen Erfolg: Unter anderem werden Fachkräfte rarer, und wer talentierte Mitarbeitende gewinnen oder halten möchte, muss sich digital präsentieren – Stichwort Employer Branding. Eine starke Online-Präsenz kommt aber nicht nur bei potenziellen Mitarbeitenden gut an: Sie gibt auch Kund*innen und Partnern die Möglichkeit, das Unternehmen noch besser kennenzulernen.
Unser Check zeigt: Alle von uns untersuchten Unternehmen sind auf Social Media aktiv; die Nutzung ist jedoch je nach Kanal unterschiedlich vorhanden beziehungsweise ausgeprägt. Manche Unternehmen bewirtschaften ihre Kanäle regelmässig und strategisch, andere weniger intensiv.

LinkedIn, YouTube und X sind die meistgenutzten Kanäle
Eines springt direkt ins Auge: Alle zehn untersuchten Schweizer Maschinen- und Industrieunternehmen sind sowohl auf LinkedIn als auch auf YouTube präsent. Dort teilen sie Einblicke in ihre Projekte, präsentieren Innovationen und informieren über Neuigkeiten aus dem Unternehmen.
Auf dem zweiten Rang liegt X: Auf dem ehemals als Twitter bekannten Netzwerk sind neun der zehn untersuchten Unternehmen aktiv. Den dritten Platz teilen sich Facebook und Instagram, die jeweils von sieben Unternehmen genutzt werden. Das Schlusslicht bildet aktuell TikTok, das bislang nur von vier der zehn untersuchten Unternehmen eingesetzt wird.


Bei den Followerzahlen hat Liebherr Machines überall die Nase vorn
In Sachen Followerzahlen sticht Liebherr Machines hervor: Das Unternehmen, welches auf allen sechs Social-Media-Plattformen vertreten ist, sichert sich auf diesen auch überall die höchsten Followerzahlen im Vergleich zu den anderen neun Unternehmen.
Allgemein zeigt ein Blick auf unsere Tabelle, dass die Followerzahlen stark variieren: Die Bandbreite reicht dabei von Kanälen mit nur wenigen Dutzend Followern bis hin zu Accounts, denen mehrere hunderttausend Menschen folgen.

In Sachen Engagement trumpfen Mikron und Agathon
Auf ihren Instagram-Kanälen teilen die Unternehmen eine breite Mischung aus Inhalten: Porträts von Mitarbeitenden, Projektinformationen, Einblicke in Events, aktuelle Neuigkeiten sowie ihre Unternehmenswerte.
Mehr Follower bedeutet aber nicht automatisch auch mehr Wirkung. Wie aktiv die Community auf Inhalte reagiert, darf daher nicht aussen vor gelassen werden. Aus diesem Grund haben uns auch die Engagement-Rates der letzten zehn Instagram-Posts interessiert. Im Zuge dessen haben wir die letzten 10 IG-Posts im Verhältnis zu der Anzahl Follower untersucht.
Konkret haben wir für jeden der letzten zehn Beiträge erfasst, wie viele Shares, Likes, Saves und Kommentare sie erhalten haben, diese Zahlen aufsummiert und ins Verhältnis zur Anzahl Follower gesetzt. Die effektive Engagement-Rate haben wir anschliessend berechnet, indem wir das Ergebnis mit 100 multipliziert haben.
Hier punkten insbesondere die Agathon AG (63.6 %) sowie die Mikron Group (57.2 %) mit sehr guten Interaktionen. Mit deutlichem Abstand folgen die Bühler Group mit einer Engagement-Rate von 20.8 % und die Georg Fischer AG mit einer Engagement-Rate von 10.32 %. Bei Liebherr Machines, der Starrag AG und Sulzer liegt die jeweilige Engagement-Rate im einstelligen Bereich. Aber: Auch eine einstellige Engagement-Rate ist noch sehr hoch.
Abschliessend ist wichtig zu betonen, dass die Engagement-Rates unterschiedlich zu bewerten sind. Unternehmen mit verhältnismässig wenig Followern können prozentual höhere Werte erzielen, während grosse Accounts oft niedrigere Raten haben, auch bei hoher absoluter Aktivität.

Aktivität: Liebherr Machines auf dem ersten Platz
Liebherr Machines setzt bei der Postingfrequenz den Massstab der Branche: In den vergangenen 30 Tagen wurden über alle sechs Kanäle hinweg 135 Beiträge veröffentlicht. Das ist eine sehr hohe Frequenz – im Schnitt entspricht das auf jeder Plattform fast einem Beitrag pro Arbeitstag.
Den zweiten Platz teilen sich die Georg Fischer AG und die Starrag AG mit jeweils 40 Posts, die sich pro Unternehmen auf drei Kanäle verteilen.
Die Georg Fischer AG setzt dabei klar auf Instagram: 27 Beiträge entfallen auf diesen Kanal, während auf Facebook 2 und auf LinkedIn 11 Posts veröffentlicht wurden. Bei der Starrag AG zeigt sich hingegen eine ausgewogenere Verteilung: je 14 Instagram- und LinkedIn-Posts kommen auf 12 Facebook-Beiträge.
Bei der Starrag AG ist uns ausserdem aufgefallen, dass das Unternehmen auf Crossposting setzt, also identische Inhalte parallel auf mehreren Social-Media-Kanälen veröffentlicht.

Dialog und Community-Interaktion: keine Reaktion – bis auf eine Ausnahme
Zu guter Letzt haben wir in unserer Untersuchung die Reaktionsfreudigkeit der Bauunternehmen genauer analysiert. Dabei zeigte sich: Präsenz bedeutet nicht automatisch Dialog. Viele Unternehmen sind stark sichtbar, bleiben in Sachen Interaktion jedoch zurückhaltend. Wir haben alle Unternehmen auf Instagram via DM kontaktiert und bekamen lediglich von Starrag eine Antwort – und zwar sofort. Bei den übrigen neun Unternehmen blieb unsere Nachricht unbeantwortet.
Wir können zwar nicht sagen, ob es bei allen Anfragen so läuft oder ob wir eine Ausnahme sind. Aber es könnte für die Unternehmen ein Anstoss sein, den Austausch mit der Community noch bewusster zu gestalten. Gerade in Bereichen wie Recruiting oder B2B-Kommunikation kann das nämlich viele Vorteile bringen.
Fazit: Digital sichtbar – im Dialog gibt es noch Luft nach oben
Die Ergebnisse des Social-Media-Checks zeigen: Die von uns untersuchten Unternehmen setzen auf unterschiedliche Kanäle und zeigen dabei verschiedene Grade an Aktivität und Reichweite. Liebherr Machines ist von allen Unternehmen am breitesten aufgestellt: Das Unternehmen ist auf allen sechs Social-Media-Plattformen vertreten und weist im Vergleich zu den anderen neun Unternehmen auf jeder Plattform die höchsten Followerzahlen auf. Nur vier von zehn Unternehmen nutzen bisher TikTok, obwohl die Plattform vor allem junge Zielgruppen erreicht, was angesichts des Fachkräftemangels an Bedeutung gewinnt.
Unabhängig von der Plattform gilt: Um Talente, Partner*innen oder Kund*innen online noch besser zu erreichen, lohnt es sich, den Dialog aktiv zu suchen und zu gestalten, Storytelling zu betreiben und die Stärken der einzelnen Plattformen gezielt zu kombinieren. Während man zum Beispiel auf Instagram Einblicke hinter die Kulissen gibt, kann man parallel auf LinkedIn fachliche Expertise teilen und auf TikTok junge Talente mit kurzen, kreativen Clips ansprechen. Hochwertiger Content bildet dabei das Herzstück jedes erfolgreichen Content Marketings.
Wer das Potenzial der verschiedenen Plattformen nutzt, kann die Chancen von Social Media für das eigene Unternehmen voll ausschöpfen – auch in der Maschinenbau- und Industriebranche.
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