Google Forms – ein überraschend praktisches Online Umfrage Tool
Google hat mit „Forms“ still und leise ein sehr praktisches Tool für Online Umfragen lanciert. In wenigen Schritten kann damit jeder eine Online Umfrage aufsetzen. Kostenlos. Wie funktioniert das genau? Was sind Möglichkeiten, Einsatzgebiete und Grenzen des Tools?
Auf Google Drive gibt es seit einiger Zeit neben Docs und Spreadsheets auch die Möglichkeit, Forms zu erstellen. Und dahinter verbirgt sich nicht etwa nur ein kleines einseitiges Formular sondern die Möglichkeit, ganze Online-Befragungen aufzusetzen. Und zwar ohne besondere Vorkenntnisse.
Praktisch: wie bei allen Google Drive Tools können mehrere Editoren an dem Projekt arbeiten und so die Umfrage gemeinsam erstellen.
Fragebogen erstellen
Für das Design stehen 19 fertige Themes zur Auswahl – wovon einige durchaus auch im Professionellen Kontext funktionieren (die ohne Ballons und Blumen ;-))
Als Frage-Typen stehen zur Verfügung:
- Checkboxen (Multiple Choice)
- Radio Buttons, Select (Drop Down)
- Textfelder (wo sich Antworten Validieren lassen)
- Datums und Zeitfelder
aber auch fortgeschrittene Features wie
- Skalen
- Matrix
Bei jeder Frage lässt sich festlegen, ob die Beantwortung optional oder Pflicht ist. Und es gibt sogar die Möglichkeit, in Abhängigkeit der Antwort an eine bestimmte Stelle im Fragebogen zu springen. Das lässt zwar nicht ganz so viele Optionen offen, wie wenn man Fragen in Abhängigkeit von unterschiedlichen Antworten anzeigt oder nicht, aber es lässt sich durch geschicktes Anordnen der Fragen einiges erreichen.
Apropos Anordnung der Fragen: diese lässt sich ganz leicht per Drag & Drop verschieben.
Über „Google Apps Script“ können die ganz Fortgeschrittenen Forms sogar über die Kernfunktionalitäten hinaus individualisieren.
Die Umfrage lässt sich zudem über Seitenumbrüche, Titel, Bilder und sogar Videos hervorragend strukturieren.
Umfrage durchführen
Wenn die Umfrage fertig erstellt und getestet ist, werden die Teilnehmer eingeladen. Entweder per Mail, indem man ihnen den Link schickt. Oder auch in dem man direkt über das Tool den Link auf Facebook oder Twitter teilt.
Fragen auswerten
Die eingehenden Antworten werden dann in einem Google Spreadsheet gespeichert. Wo sie sich später als CSV oder XLS exportieren lassen. Und – was sehr komfortabel ist – Google stellt gleich auch schon eine grafische Zusammenfassung der Auswertung zur Verfügung. Mit Balken, Kuchen und Säulendiagrammen.
Fazit
Ein ausserordentlich praktisches Tool, wenn es darum geht, schnell und unkompliziert Umfragen zu erstellen. Für den professionellen Gebrauch ist das Tool bedingt geeignet: Es lässt sich nicht alles anpassen – so sind die Buttons z.B. immer in Englisch beschriftet. Es gibt keine White Label Version. Und Google als Absender ist allein schon in der URL erkennbar. Zudem muss man sich natürlich bewusst sein, dass die Daten bei Google gespeichert sind..
Und: Quoten und Screener, die man für die Arbeit mit Panels einrichten können muss, lassen sich über Google Forms leider auch nicht nutzen. Hier muss man auf andere Tools zurückgreifen. Welche Alternativen zu Google Forms es gibt, zeigen wir nächste Woche an dieser Stelle.

Ein weiterer grosser Pluspunkt ist in meinen Augen die Möglichkeit, das so erstellte Formular (oder die Umfrage halt) per enbedded-Code in eine bestehende Firmenwebseite einzubingen. Dann ist die Google-URL auch nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar. White Labeled ist es natürlich trotzdem noch nicht.Aber schon mal besser als direkt auf das Formular zu verlinken.
Danke für den Tipp.
Kannte ich noch gar nicht.
Gerne 😉
Der Artikel ist wirklich informativ. Das Thema hat mich schon sehr lange
interessiert und ich konnte hier noch einiges ergänzendes finden. Ich freue mich,
weitere News zu lesen. Danke und Grüße aus Heidelberg Marco Feindler
Hallo,
ich habe eine Umfrage mit Google Forms erstellt und verteilt, ich habe auch teilweise kleine Änderungen vorgenommen wodurch sich der Link der Umfrage geändert hat. Jetzt ist meine Frage, ob Leute den ich den Link vor der Änderung gesendet habe noch teilnehmen können, obwohl ich was verändert habe? Clickworker wollte von mir z.B. dass ich die Angabe der Emailadresse entferne, also sandte ich Ihnen den Link ohne die Emailadresse, aber wenn ich diese Option nun wieder aktiviere und an meine Bekannten schicke, was passiert dann? Ich hätte quasi einen “extralink” ohne Emailaddy für clickworker und einen “extralink” zu der Umfrage mit Emailaddy für meine Bekannte, aber die Ergebnisse bleiben zusammen, nicht?
Guten Tag. Am besten machen Sie es so, dass Sie zwei Varianten der Umfrage erstellen – eine für das Panel, wo Sie keine E-Mail abfragen, und eine für Freunde und direkte Kontakte. Ob die bestehenden Links noch funktionieren, kann ich Ihnen nicht sagen, das müssten Sie ausprobieren.
Beste Grüsse
Andrea Iltgen
Vielen Dank Andrea,
ich habe es getestet und auch alle alten Links leiten weiter zu der aktuellsten Version der Umfrage. Das heißt, man müsste zwei Umfragen erstellen um separat die mit Emailadresse und ohne, zu sammeln, da haben Sie recht.
Danke!
Entstehen irgendwann Kosten, wenn ca. 50 Menschen an der Umfrage teilnehmen und insgesamt jeweils 50 Fragen beantworten müssen? Oder ist und bleibt Google Formulare kostenlos?
Hallo Jule, danke für Deinen Kommentar.
Google Forms bleibt kostenlos – unabhängig von der Teilnehmerzahl. Aber bei ganz grossen Umfragen bieten sich sicher andere professionelle Tools an – allein schon wegen der Möglichkeiten.
Ich möchte eine Umfrage bei ca. 10000 Mitgliedern durchführen, deren email mir bekannt ist.
Gibt es eine Möglichkeit, ein massmailing dieser Umfrage durchzuführen, ohne dass ich jede email einzeln eingeben muss ?
Das auf der Webseite embedded darzustellen, wäre eine Möglichkeit, da sehe ich aber die Schwierigkeit, die email-Adressen zu validieren – jeder könnte seine Meinung abgeben, aber ich möchte nur die von den Mitgliedern.
Lieber Herr Krick, vielen Dank für Ihren Kommentar. Und die interessante Frage. Eine Möglichkeit wäre, dass Sie die Umfrage auf einer “versteckten” Seite embedden. Wenn diese nicht in der Navigation verlinkt und nicht von Google indexiert wird, findet sie niemand der keinen direkten Link hat. Eine fortgeschrittenere Möglichkeit wäre, den Zugang per Passwort zu schützen. Und / oder die E-Mail der Teilnehmer als Eingangskontrolle abzufragen.
Ich hoffe, Ihnen damit einen brauchbaren Anstoss gegeben zu haben.
Herzliche Grüsse
Andrea Iltgen