Hype oder Hebel? Das sagen unsere Expert:innen zu den Online-Marketing-Trends 2026
Welche Online-Marketing-Trends werden 2026 wichtig sein? Welcher Trend wird überschätzt? Welchen Einfluss wird KI auf das Online-Marketing haben? Unsere Expert:innen geben ehrliche Einblicke auf diese und weitere Fragen. Eines wird bei ihren Antworten schnell klar: Authentizität, Vertrauen und Markenaufbau rücken ins Zentrum. Und dies gerade im Zeitalter von KI, in dem technologische Möglichkeiten nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie strategisch eingesetzt werden. Die Fragen und Antworten zu den wichtigsten Online-Marketing- und Social-Media-Trends im Jahr 2026 kannst du hier nachlesen.
Vertrauen schlägt Targeting: (Personal) Branding und Employee Advocacy gewinnen 2026 an Bedeutung
Auf die Frage „Was sind deiner Meinung nach die Online-Marketing-Trends für 2026?” kann man Folgendes zusammentragen: die Rückbesinnung auf glaubwürdige Absender:innen. Sprich, persönliche Empfehlungen von Menschen werden wichtiger als anonyme Botschaften oder algorithmisch optimierte Inhalte. Authentic Content oder Human made Content sind hier die Schlagworte. In den Antworten auf die Frage zu den Online-Trends 2026 zeigt sich ebenfalls, dass gutes (Personal) Branding wichtig ist, um Vertrauen in der online Welt aufzubauen und zu erhalten. Der Fokus verschiebt sich von kurzfristiger Performance eher hin zu nachhaltigem Markenaufbau. Stichwort: Wiedererkennungswert.
„Employee Advocacy und (Personal) Branding werden an Bedeutung gewinnen – im Online-Marketing werden daher wieder mehr Kampagnen auf Sichtbarkeit und Reichweite geschaltet, zulasten klassischer Traffic-Kampagnen.“ Andrea Iltgen, xeit
KI ist gesetzt, aber nicht der Zaubertrick
Dass künstliche Intelligenz (KI) im Online-Marketing angekommen ist, ist längst bekannt. Gleichzeitig werden die Grenzen deutlich, insbesondere bei der Content-Erstellung. Hochwertige Inhalte entstehen nicht automatisch auf Knopfdruck. Und der „Wow-Effekt”, der zu Beginn von ChatGPT & Co von KI generierten Inhalten ausgegangen ist, ist langsam aber sicher abgenutzt – die User haben sich daran gewöhnt.
„Meiner Meinung nach ist es immer noch aufwändig mit KI gute Inhalte zu produzieren. Expertise ist Voraussetzung, um KI hier sinnvoll einzusetzen. Was bedeutet, dass es nicht massentauglich ist und somit überschätzt wird.“ Nicole Nobs, xeit
KI wird somit weniger als Ersatz für Know-how, sondern als Werkzeug verstanden.Viele Expert:innen betonen zusätzlich, dass KI vor allem dort Wirkung entfaltet, wo sie strategisch eingesetzt wird. Das bedeutet konkret, KI-gestützte Kampagnen, Echtzeit-Optimierung und automatisierte Ausspielung sind wichtig. Der Erfolgsfaktor verlagert sich damit auf Kreativität: Es werden vielfältigere und qualitativ hochwertigere Assets benötigt, um in automatisierten Systemen relevant zu bleiben.
Shoppable Ads: Viel versprochen, wenig geliefert
Welche Online-Marketing-Trends werden 2026 überschätzt? Shoppable Ads gelten als grosses Versprechen im digitalen Marketing. Es handelt sich um Werbeanzeigen mit integriertem Kaufprozess, über die Nutzer:innen ein Produkt direkt aus der Anzeige heraus kaufen können. Ein Beispiel ist ein Instagram-Reel mit Produkt-Tag, bei dem man auf den Preis tippt und das Produkt sofort in der App kauft. Die Realität zeigt jedoch ein differenzierteres Bild, zumindest im europäischen Markt.
„Shoppable Ads werden seit Jahren als «Game Changer» angekündigt. Im Vergleich zu Ländern wie China spielen bei uns kulturelle Unterschiede, Nutzergewohnheiten und technologische Rahmenbedingungen eine grosse Rolle. Es wird voraussichtlich noch Zeit brauchen, bis Shoppable Ads hierzulande flächendeckend wirksam werden.“ Online-Marketing Team von xeit
Der direkte Kauf aus der Werbung bleibt ein spannendes Feld, ist im Jahr 2026 aber noch kein verlässlicher Massenhebel. Die Einschätzung der Expert:innen fällt hier differenziert aus. Shoppable Ads sind ein kontextabhängiges Konzept. Während sie in bestimmten Märkten und Anwendungsfällen funktionieren, fehlen im DACH-Raum oft die nötigen Nutzergewohnheiten, das Vertrauen und die einfache Integration in bestehende Kaufprozesse. Wer den gesamten Checkout an Plattformen auslagert, verliert häufig die Kundenbeziehung. Für viele Marken bleibt Social Commerce deshalb 2026 eher ein ergänzender Testkanal.
Top-Priorität: Automatisierung entlang der gesamten Online-Journey
Für Kund:innen steht 2026 weniger der einzelne Touchpoint im Fokus, sondern das Zusammenspiel aller möglichen Kontaktpunkte. Effizienz entsteht dort, wo Prozesse ganzheitlich gedacht werden.
„Mehr Automatisierungen und eine stärkere Optimierung der gesamten Online-Journey sind unsere klare Priorität für Kund:innen. Ebenso optimieren wir für Unternehmen den Mix an Traffic-Quellen, nachdem klassisches SEO komplexer geworden ist und mit GEO/LLMO noch nicht kompensiert werden kann.“ Simon Künzler, xeit
Aus den Antworten wird deutlich: Automatisierung wird nicht als Selbstzweck verstanden. Wichtig ist das Zusammenspiel aller Touchpoints (Awareness bis Kundenbindung). Unternehmen, die Automatisierung isoliert einsetzen, verschenken Potenzial. Gefragt sind stringente Online-Journeys, die kanalübergreifend konsistent funktionieren und die Zielgruppe zur richtigen Zeit mit relevanten Inhalten erreichen.
Social Media 2026: Pay to win?
Auch in Social Media verschärfen sich die Rahmenbedingungen. Die organische Reichweite wird weiter zurückgehen und bezahlte Sichtbarkeit wird wichtiger.
„Social Media wird sich 2026 noch stärker in Richtung Pay to win entwickeln – organische Reichweite wird für Marken deutlich schwieriger zu erzielen.“ Cédric Marveggio, xeit
Dies bedeutet für Marken, klare Prioritäten zu setzen, Inhalte bewusster zu produzieren und ihre Budgets strategischer einzusetzen. Und ihre Massnahmen mit Corporate Influencer zu ergänzen und Mitarbeitende zu Botschaftern zu machen. Gleichzeitig wächst die Menge an KI-generierten Inhalten auf Social Media, was zu einer spürbaren „AI-Fatigue“ führt. Nutzer:innen reagieren sensibler auf austauschbare Inhalte und wenden sich verstärkt Inhalten zu, die menschlich, authentisch und nachvollziehbar wirken. Für Marken und Unternehmen bedeutet das: Qualität vor Quantität.
Mehrere Plattformen teilen sich das Podest
Welche Plattform wird 2026 die Nummer 1? Die Antworten zeigen keinen eindeutigen Sieger, sondern eine Segmentierung nach Zielgruppen. TikTok wird generationenübergreifend als dynamisch wahrgenommen und gewinnt weiter an Relevanz. Instagram bleibt nach Nutzerzahlen stark, verliert jedoch an organischer Wirkung. LinkedIn etabliert sich als führende Plattform im beruflichen Kontext ab 20+. Snapchat bleibt nur bei jüngeren Zielgruppen relevant, während die bestehenden Nutzer «mitaltern». Die zentrale Erkenntnis: Plattformstrategien müssen 2026 deutlich differenzierter gedacht werden. Wir werden sehen, was unsere Social Media Studie 2026 dazu verrät. Wir halten dich auf dem Laufenden, wann sie dieses Jahr erscheint!
X verliert wohl weiterhin an Bedeutung…
Welche Plattform verliert 2026 an Bedeutung? Beim Blick auf die Verlierer herrscht weitgehend Konsens. X (ehemals Twitter) wird von vielen Expert:innen als klarer Absteiger genannt. Auch Instagram verliert da an Bedeutung, wo organische Reichweite und Sichtbarkeit wichtig sind. Diese Entwicklung unterstreicht, wie wichtig es wird, Abhängigkeiten von einzelnen Plattformen zu reduzieren und eigene Kanäle strategisch aufzubauen.
Ist Social Media im Umbruch?
Wie wird sich die Gattung Social Media 2026 entwickeln? Pay-to-win-Mechaniken dominieren, während sich gleichzeitig eine Gegenbewegung abzeichnet: Nutzer:innen sehnen sich nach persönlichen Beziehungen und nachvollziehbaren Absender:innen. Auch alternative Plattformen (zum Beispiel Substack) können an Bedeutung gewinnen.
KI verändert vieles, aber nicht die Basics
Der Einfluss von KI auf das digitale Marketing ist unvermeidbar, bietet neue Möglichkeiten, ist jedoch kein Allheilmittel Automatisierung und Skalierung verändern Prozesse online und das ist gut so. Gleichzeitig nimmt aber die Steuerbarkeit ab. Umso wichtiger bleiben die Basics: klare Strategien, fundiertes Verständnis von Zielgruppen, authentischer Content und die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu bewerten. Besonders deutlich wird dabei: Branding gewinnt an Bedeutung, weil Marken Orientierung bieten in einer zunehmend von KI-Slop gefluteten Content-Landschaft. Die Online-Marketing-Trends 2026 zeigen: Technologie ist Pflicht, Haltung die Kür. Technologie und Haltung zusammen entscheiden 2026 für Markenerfolg.
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