Einfluss von Social Media auf Kaufentscheidungsprozess und Influencer Marketing mit Klout und PeerIndex
Social Media spielen im Kaufentscheidungsprozess eine wichtige Rolle. Das Influencer Marketing erhält deshalb eine immer bedeutendere Rolle, Klout und PeerIndex erproben mit neuen Angeboten neue Möglichkeiten.
Dass Social Media die Kaufentscheidung beeinflussen, ist unbestritten. Eine schöne Studie (PDF) von GroupM und comScore zeigt dabei auf, dass: Suchmaschinen im Kaufprozess noch immer eine tragende Rolle spielen. Viele kombinieren aber “Suche und Social Media”. Allerdings beginnen die wenigstens einen Kaufprozess mit Social Media, sondern mit einer Suchanfrage.
Social Media spielt in diesem Zusammenhang quasi die “zweite”, aber wichtige Geige.
Von denjenigen, die zuerst Suchmaschinen nutzten, wandten sich 40% im nächsten Schritt an Social Media Quellen, um eine Kaufentscheidung zu treffen. Von denjenigen, die mit Social Media anfingen, suchten anschließend 46% mit Suchmaschinen weiter. (Wichtiger Hinweis am Rande: 45% nutzen Suchmaschinen während des gesamten Kaufzyklus! )
So dauert ein durchschnittlicher Kaufentscheidungsprozess rund 60 Tage (!), wobei die User in den unterschiedlichen Teilphasen verschiedene Quellen berücksichtigen:
Social Media zur Absicherung
Die User “sichern” ihre Kaufabsichten über Social Media “ab”.
- 30% nutzen Social Media um eine kurze oder verkürzte Shopping-Liste zusammenzustellen.
- Die beiden wichtigsten Social Media Quellen sind Blogs (30%) und Nutzer-Bewertungen. Weiter Einflussquellen sind Facebook (17%), YouTube (14%) und Twitter (9%).
Meinungsmacher-Marketing mit Klout und PeerIndex
Social Media spielt im Kaufentscheidungsprozess also eine wichtige Rolle. Und in den Sozialen Medien spielen die Meinungsmacher wiederum eine wichtige Rolle. Um den Einfluss eines Users im Netz ermitteln zu können, hat klout.com unlängst mit dem Klout Score ein mögliches Vehikel geschaffen.
Ein logischer Schritt ist wohl, dass das Marketing seine Anstrengungen auf die Meinungsmacher fokussiert. Lebendiger Beweis hierfür ist die Kooperation von klout.com mit der aus Hongkong stammenden Fluggesellschaft Cathay Pacific:
Passagiere am Flughafen von San Francisco, die eine Klout-Score von mehr als 40 vorweisen können, erhalten kostenfrei Zugang zur Business Lounge von Cathay Pacific – selbst wenn sie mit einer anderen Gesellschaft fliegen.
Weil das Angebot nur für Amerikaner zugänglich ist, lanciert auf dem europäischen Markt PeerIndex mit PeerPerks einen ähnlichen Dienst.
Unternehmen und Marken erhalten dort die Gelegenheit, besonders reichweitenstarke und populäre Twitter-, Facebook- und LinkedIn-Anwender mit Rabatten, Verlosungen und anderen Spezialangeboten zu beglücken. “Je präsenter man in den sozialen Medien ist, desto mehr Dinge erhält man”.
Und so funktioniert der Dienst:
Besonders illustrativ auch der Claim des Anbieters: “Get rewarded for being social”.
Ist es also der richtige Ansatz, wenn die Zusammenarbeit mit Meinungsmachern auf diesem Weg forciert wird?





Die Zusammenarbeit mit so genannten Meinungsmachern ist sicherlich etwas, auf das sich viele Marketer werfen werden – im ständigen Irrglauben, hier endlich den “Trick” gefunden zu haben, mit dem Social Media zu beherrschen und in die herkömmlichen Marketing-Denkschablonen zu pressen ist. Dass ein gekaufter Meinungsmacher seine Glaubwürdigkeit verliert und keiner mehr ist, wird ausgeblendet. Wie viel lohnenswerter und nachhaltiger – aber auch schwieriger – wäre dagegen der Aufbau einer Community aus echten, überzeugten “Marken-Fans”?
Hallo Gabriele Bryant, vielen Dank für den Kommentar. Hm, der Meinungsmacher wird ja noch nicht gleich “gekauft”, wenn er dank höherem “Social Influence” (z.B. Klout Score) incentiviert wird (z.B. mit Vergünstigungen), aber ja, der Ansatz ist in der Tat etwas “billig”. Für den Aufbau und das Funktionieren braucht es die Involvierung von Meinungsmachern, nur lassen sich diese ebenfalls selten “instrumentalisieren”. Es ist bleibt also kompliziert 😉
SEHR interessant. Spannend ist sicherlich auch wie der Prozess bei Cloud-Lösungen aussieht, wo oft ein 30-day Trial miteingebunden wird welcher parallel läuft. Die Usage während dieses 30-Day Trial ist erfahrungsgemäss sehr tief, und die Leute stützen sich dann auf Webinars bei der Informationssammlung und Customer Support.
Hi Philippe, tja…
Danke Simon für die spannende Studie und guten Ansätze aus Marketingsicht. Ich wünsche mir jedoch ähnlich wie Gabriele “echtes Engagement” und das wäre manchmal viel leichter, als mich in eine Launch einzuladen, falls ich so jemand für ein Unternehmen wäre.
Hier in Europa fehlts schon an Kommunikation und oft schlichten Antworten. Siehe dazu meine Gedanken von letzter Woche. http://corporate-dialog.ch/2012/05/27/echte-beziehungen-statt-giesskanne-fur-fans/ und vorallem der nachgetragenen Antwort von Swisscom. Wir haben noch viel Arbeit..
Hallo Su, vielen Dank für deinen Kommentar. Habe auch deinen interessanten Artikel gelesen. Die Schlussfolderung aus der Studie ist wohl relativ einfach: Organisationen müssen in den Suchmaschinen (vorne) präsent sein, und im Social Web (positiv) diskutiert werden. Weniger einfach ist aber, beides als Organisation sicher zu stellen, oder einfach ziemlich anspruchsvoll. Irgendwie.
ja es ist eine echte Herausforderung, vorallem in Hinblick auf das eigentliche Angebot von Unternehmen, denn dort fängt die Kommunikation oder das Marketing heute bereits an. Produkte oder Dienstleistungen, die nicht halten was sie versprechen werden über kurz oder lang keine Chance mehr haben, wenn sie nicht verbessert werden.