Die Studie „Mobile Commerce Insights 2010“ wird bald veröffentlicht. Vorab gibt es schon einige interesssante Ergebnisse:
80 Prozent der Smartphone-Nutzer informieren sich mobil über Produkte und jeder zweite davon hat bereits einmal einen Kauf getätigt.
Mobile Commerce-Angebote sind nicht nur on-the-go relevant. Stattdessen zeigt sich, wie häufig mittlerweile beim bequemen Surfen auf der Couch das Smartphone auch zum Shoppen genutzt wird – und wie wichtig dabei der Austausch mit Freunden ist.
Mit der entsprechenden Software ist ein Smartphone in der Lage, im Web gespeicherte Informationen über ein Objekt abzurufen und einzublenden. Mögliche Anwendungen dieser ‚Augmented Reality‘ sind virtuelle Schilder oder Etiketten, die anhand einer Maske über reale Gegenstände gelegt werden und das spezifische Objekt näher beschreiben. Diese Angaben werden, sobald das Gerät die aktuellen Daten mit dem Internet verglichen hat, beinahe in Echtzeit aufgebaut und angezeigt.
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Die Idee hinter der ‚erweiterten Realität‘ ist relativ simpel – man steht vor einem Objekt und möchte aus dem Internet weitere relevante Informationen über dieses erhalten. Sei dies nun der Preis einer Uhr in der Vitrine eines Juweliers, die Miete für eine ausgeschriebene Wohnung, die Anzahl freier Betten in einem Hotel oder eine ausgeschriebene Aktion in einem Kaufhaus. Smartphones sind dank ihrer Ausstattung in der Lage, den eigenen Standort zu bestimmen, die Blickrichtung zu erfassen, Bilder zu erkennen und gleichzeitig Daten aus dem Internet abzurufen und zu verarbeiten. Die Online Enzyklopädie Wikipedia oder der virtuelle Globus Google Earth bieten sich beispielsweise als geradezu perfekte Datenquellen an, da sie bereits Informationen wie Koordinaten, Fotos und Beiträge einer Community in sich vereinen.
Anwendungen
Für iPhones und Android Handys gibt es bereits eine Vielzahl an Applikationen, die dem Benutzer für eine spezifische Umgebung oder eine Situation genau diejenigen Informationen zur Verfügung stellen können, die für ihn relevant sind. Für die Bilderkennung hat Google beispielsweise schon eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, Weinetiketten oder Büchern in einer Datenbank gespeichert. Weitere Objekte wie CD’s, DVD’s, Plakate oder Lebensmittel im Supermarkt werden durch die Identifikation der Strichcodes bereits in anderen Diensten unterstützt. Google spielt offenbar mit dem Gedanken, in Zukunft auch Gesichter, Tiere und Pflanzen anhand der Bilderkennung identifizieren zu können. Als Grundlage für den Abgleich von Gesichtern können Profile auf Social Networks dienen – Flora und Fauna könnten anhand von Einträgen auf Wikipedia identifiziert werden. Auch in der Wahl des Anzeigegeräts ist eine Weiterentwicklung denkbar. Eine Integration in Windschutzscheiben von Fahrzeugen, in Brillen oder Kontaktlinsen würde den Komfort für den Nutzer deutlich erhöhen.
Die Möglichkeit der Verbindung von realen Objekten und virtuellen Informationen und Inhalten ermöglicht neue Anwendungen in vielen Bereichen. Ob als Reiseführer, Navigationsgerät, Planungssoftware oder als Orientierungshilfe für Soldaten, welche sich auf unbekanntem Territorium bewegen – Augmented Reality ermöglicht das Aufrechterhalten eines permanenten Flusses an Zusatzinformationen, welche sonst nicht ohne Weiteres und nur mit einem erheblich höheren Aufwand zugänglich wären.
Führungskräfte und Gutverdiener sind die häufigsten Nutzer
Während insgesamt durchschnittlich 5% der schweizerischen Bevölkerung angibt, Besitzer eines iPhones zu sein, scheinen die Geräte vor allem bei Führungskräften sehr beliebt zu sein – 16% von ihnen geben an, ein iPhone zu besitzen. Die Hälfte der iPhone-Besitzer verfügt über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 9‘000 CHF. Das mobile Surfen im Internet ist dabei eine der meistgenutzten Anwendungsmöglichkeiten. Vier von fünf iPhone-Benutzern surfen mit ihrem Telefon regelmässig im Web – ein verhältnismässig grosser Anteil wenn man bedenkt, dass insgesamt nur 12% der Schweizer mobil ins Internet gehen.
In der Schweiz bereits eine halbe Million iPhones im Umlauf
Die IGEM-Studie kommt mit Ihrer Umfrage bezüglich der Verbreitung des Geräts auf plausible Ergebnisse, welche in etwa den Verkaufszahlen der Swisscom entsprechen. Gemäss einem Artikel von News.ch hat der grösste Schweizer Mobilfunkanbieter seit der Lancierung des Produkts im Sommer 2008 rund 439‘000 Einheiten verkauft.
1.Bobba Bar – Sulake lädt in mobile virtuelle Bars
Bobba Bar ist eine virtuelle Bar für Mobiltelefone, und damit eine Applikation. Betrieben wird die Plattform von keiner geringeren Firma als Sulake, erfolgreiche Betreiberin der virtuellen Community Habbo. Die Applikation kann im App Store sowie in Nokias OVI Store, bei GetJar und auf www.bobba.com bezogen werden.
Beim virtuellen Barbesuch kann sich der Nutzer mit anderen unterhalten. Sein Avatar lässt sich dafür anhand einer Vielzahl von Gesichtern, Körpern, Frisuren, Hauttönen und Kleidungsstücken individuell gestalten. Barbesucher können ihre Freundesliste individuell erweitern, Freunde über SMS, E-Mail oder Twitter einladen und sich gegenseitig Nachrichten schicken. „Wir freuen uns sehr auf den Start unserer neuen mobilen und virtuellen Bar“, sagt Sampo Karjalainen, Mitbegründer und Chief Creative Officer von Sulake. „Mit Bobba Bar macht es richtig Spaß, sich unterwegs mit Freunden an diesem ersten virtuellen Freizeitort für iPhone, iPod touch und Nokia Smartphones zu treffen und dort neue Freundschaften zu schließen.“
Bin gespannt, ob sich diese Applikation wird durchsetzen. Die Bewertungen im App Store sind ja nicht unbedingt berauschend.
2. beoble.me – Mobiles Netzwerk führt Nutzer zusammen
Im Mittelpunkt steht ein GPS- bzw. Zell-ID-basierter Dienst, über den andere Nutzer oder Bars, Clubs und Cafés in der Nähe gefunden werden können. Dabei wählt der Nutzer selbst aus den umliegenden Orten den Platz aus, an dem er sich gerade befindet oder den er besuchen möchte. Zur Nutzung des Service muss keine Software installiert werden, ein Einloggen auf http://beoble.me genügt.
„Durch die enge Verknüpfung von Mobiltelefon mit Social Networking und anderen Web 2.0-Diensten wird beoble.me zu einer Art Schweizer Taschenmesser fürs Stadtleben”, erläutert Lucas Will, Mitgründer von beoble.me. “Nutzer können z.B. mit anderen Community-Mitgliedern telefonieren, ohne dabei ihre Handynummern zu kennen. Dieses fone.me Feature ist viel charmanter und komfortabler als das Schreiben langer Mails auf dem Handy – wer es einmal probiert hat, wird es lieben!“
Interessant bei dieser neuen Plattform ist, dass diese mit Vodafone kooperiert und ins “Vodafone live! Portal” integriert ist. beoble dürfte wohl zu einem ernsthaften Mitbewerber von aki-aki avancieren.
Die Hälfte aller iPhone- und iPod Touch-Nutzer gab an, häufiger das mobile Web zu nutzen als Zeitung zu lesen. Bei mehr als 40 Prozent übertrifft die Mobile-Internet-Nutzung sogar die Computernutzung des Internets oder das Radiohören.
Zudem wurden demografische Unterschiede zwischen iPhone- und iPod-Nutzern festgestellt. iPhone-Nutzer sind generell älter, 31 Prozent gehören zu den 35- bis 49-Jährigen. Diese Altersgruppe ist beim iPod touch nur zu zwölf Prozent vertreten. Im Kontrast sind 69 Prozent aller iPod touch-Nutzer zwischen 13 und 24 Jahren alt, beim iPhone sind dies nur 26 Prozent. Gesamt sind 74 Prozent der iPhone-Nutzer und 31 Prozent der iPod touch-Nutzer über 25 Jahre alt. Über 70 Prozent sind bei beiden Geräten männlich.
Für Verlage bedeutet dies, dass sie ihre Inhalte dem vorwiegend männlichen und arrivierteren Publikum auch übers mobile Web, respektive über Mobile Applikationen zugänglich machen müssen, oder?
Mit einem simplen Fotoklick mobil detaillierte Informationen zu Kinoplakaten, DVD-Covers, Werbeanzeigen, … erhalten? „Googeln“ über visuelle Sucherkennung anstatt über semantische Begriffe – Die iPhone-Applikation „kooaba“ macht dies möglich.
Das Ganze funktioniert so: Nach der Installation des Apps kann ein beliebiges, unbekanntes Objekt fotografiert werden, über welches man gerne weitere Informationen erhalten möchte – die Fotografie wird anschliessend über die kooaba-Datenbank abgeglichen, worauf der User die gewünschten Informationen (und bei einer CD beispielsweise Kaufverweise auf Online Stores, Trailer, …) auf das mobile Endgerät erhält.
Damit die gesammelten Informationen nach der Suchsequenz nicht einfach verloren und vergessen gehen, bietet kooaba die Möglichkeit, die fotografierten Objekte auf einer Web-Plattform („kooaba LibraryAmusement psp “ – Betaversion) zu speichern und zu archivieren – eine Art „reales Bookmarking“ also. Auch der Social Community-Aspekt wurde nicht ausser Acht gelassen: Registrierte User haben die Möglichkeit, ihre „Entdeckungen“ über Web 2.0-Anwendungen wie beispielsweise Twitter oder Facebook zu sharen und damit andere teilhaben zu lassen.
Bis dato werden von der Software europäische, sowie US-amerikanische Filmplakate, Covers von CDs und DVDs, sowie Games erkannt. In geraumer Zeit soll es möglich sein, Informationen über beispielsweise historische Gebäude zu sammeln.
Schon bald werden wir von allen Menschen und Dingen alles wissen ?? im Moment, in dem wir ihnen begegnen oder nach ihnen suchen. Möglich macht dies die umfassende Verschmelzung von GeoWeb, von denkenden Dingen, «augmented reality» und mobilen Geräten, die zu unseren Stellvertretern werden.
Zwei weitere und erwähnenswerte Vorboten auf diesem Gebiet sind:
1. AirMe: Mit dieser iPhone Applikation lassen sich Fotos schiessen, bei denen via GPS die Geo-Koordinaten abgespeichert sind. Die Bilder werden dann zum Beispiel auf flickr.com veröffentlicht und mit den Geo-Koordinaten sogleich auf einer interaktiven Karte verortet. Die Konsequenz: ich kann auf der interaktiven Karte auch nach Fotos von anderen Usern suchen, zum Beispiel in Paris.
2. Oder tickitag:Tikitag ist kurz gesagt «RFID für jedermann». Oder auf Englisch: «links real-life objects to the online world.» Und das funktioniert zum Beispiel im Bereich Social Networking so:
Ich bin gespannt wie die Entwicklung weiter geht… Jedenfalls weiss man ja jetzt schon viel über Leute, die regelmässig twittern…
P.S: Max Celko wird am 27. Oktober am Creative Industries Summit in Offenbach eine Lesung über Hyperlocality halten. Das Thema des Events ist Ubiquitous Advertising…