Interview mit Andreas Amstutz von sharely.ch – die Shareconomy auf dem Vormarsch in der Schweiz


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Shareconomy

Sharing ist caring. So lautet das Gebot der Stunde – und die Shareconomy ist auf dem Vormarsch.  Auch in der Schweiz. Denn bald startet sharely.ch –  die lokale Miet- und Vermietplattform für Alltagsgegenstände. Grund genug für ein Interview mit Andreas.

Wer steckt hinter Sharely? Wie setzt sich das Team zusammen?
Hinter Sharely steht ein ganzes Team: ein Entwickler-3er-Team, das die Website umsetzt, dann Ann (COO und Administration), Alex (Social Media), Katharina (Visuals) und Bettina (Design), welche in einem kleinem Pensum Sharely unterstützen. Ich selber habe Sharely gegründet und halte alle Fäden zusammen. Zusammen bilden wir mittlerweile ein schlagkräftiges Team, welches das Start-up vorantreibt. Die Verteilung auf mehrere Köpfe ist übrigens gewollt, bei Sharely soll niemand unabdingbar sein. Erstens erhöhen die vielen Personen den Input, zweitens ist es gelebte Risikominimierung.

AndreasAmstutz

Was wird die Plattform bieten, wo liegt das Business Model?
Sharely ist die lokale Miet- und Vermietplattform für Alltagsgegenstände, also z.B. ein Zelt, ein Schlitten oder ein Rasenmäher. Auf Sharely wird man sich als Nutzer registrieren können und dann als Vermieter eigene Objekte anbieten und als Mieter fremde Objekte mieten können. Als Vermieter kann man die Preise für die Objekte selber definieren. Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der man alle nötigen Gegenstände in Gehdistanz vorfindet, quasi im Quartier, vor der Haustüre. Sharely ist grundsätzlich kostenlos, Geld wird nur bei einer erfolgreichen Miete / Vermietung einbehalten, wobei der Vermieter 80% seines definierten Preises erhält. Sharely schafft die Möglichkeit, mit seinen wenig benutzten Objekten etwas Geld zu verdienen.

Wann geht ihr live?
Wir werden in der ersten Oktober-Hälfte live gehen, man kann sich jedoch bereits jetzt als Interessent auf sharely.ch eintragen. Zudem sind wir bereits auf Twitter unter @sharely_ch und auf Facebook aktiv.

Wie wichtig sind Social Media für den Launch und die spätere Kommunikation? Auf welche Inhalte und Plattformen setzt ihr?
Social Media sind für uns zentral. Das hat zwei Gründe. Erstens bewegen wir uns in der Sharing Economy, wo Teilen im Vordergrund steht. Wir möchten einen guten Service und Inputs in die Community geben, sind aber auch darauf angewiesen, dass wir Feedback und konstruktive Kritik zurück erhalten. Das geht mit Social Media am besten. Und zweitens sind wir ein Start-up, das über kein grosses Marketingbudget verfügt. Das tönt etwas opportunistisch, aber als kleine und eigenfinanzierte Firma müssen wir effektives Marketing machen. Und wenn wir die neusten Zahlen zum Medienkonsum anschauen, sind es nun mal die digitalen Medien, welche kräftig zulegen. Da finden wir unsere Zielgruppe. Facebook und Twitter sind dabei unsere Haupt-Plattformen, jedoch werden wir situativ auch andere, evtl. auch mal eine klassische Form, miteinbeziehen.

Ok, ihr setzt bei den sozialen Medien auf Facebook und Twitter. Warum gibt es bei euch kein Blog? Start-Ups sollten doch ein Blog führen 😉
Auch wir werden einen Blog haben 😉 Den Blog erachten wir als Platz, an dem wir auch mal etwas Internes oder sonst einen spannenden Aspekt etwas detaillierter thematisieren können. Die Frage, wie persönlich ein Start-up nach aussen kommunizieren soll bzw. will, haben wir bei uns geklärt. Unsere Nutzer sollen wissen, wer hinter Sharely steht, wir möchten aber nicht mit zu viel Persönlichem langweilen. Der Blog soll in der hektischen Timeline-Welt einen Ort darstellen, an dem man sich in Ruhe über Sharely informieren kann.

Wie macht ihr auf eure Plattformen Facebook und Twitter aufmerksam?
Sharely selbst soll kein neues Facebook sein, dort verlangen wir von den Nutzern nur wenige persönliche Angaben. Die Objekte stehen im Vordergrund. Umso wichtiger sind für uns Facebook und Twitter, denn dort spielen die Menschen die zentrale Rolle. Wer will, kann mit uns via Facebook und Twitter interagieren, zudem soll dort die Sharely-Community entstehen. Wir erwähnen die beiden Plattformen, wann immer es Sinn macht: auf unseren Flyern, auf der Website, in Präsentationen oder hier: @sharely_ch und facebook.com/sharely.ch. Alex, unser Social Media-Profi, pflegt und hegt die beiden Kanäle, nicht einfach, damit es gemacht ist, sondern weil wir darüber schon wertvollen Input bekommen haben.

Wer sind Mitbewerber? Gibt es in anderen Ländern schon gut Beispiele?
Vergleichbare Plattformen gibt es in der Schweiz noch nicht, in Deutschland aber zum Beispiel www.whyown.it. Jedoch ist feststellbar, dass sich alle Mitbewerber unterscheiden, jeder setzt einen anderen Fokus. Grundsätzlich ist aber die Frage, ob ähnliche Plattformen die wirklichen Mitbewerber sind, oder nicht etwa Angebote / Webseiten mit Kaufgelegenheit. Wir sind überzeugt: Mieten und Vermieten haben bislang noch etwas den Ruf von kompliziert und aufwändig. Wer es schafft, eine gute User Experience, gutes Design und eine hohe Funktionalität zu vereinbaren, der kann diese Nachteile aufheben. Wir arbeiten daran! Sharely soll Mieten auf eine neue, einfachere Stufe heben.

Wird man auch Autos und Wohnung anbieten und mieten können? Und wenn ja, konkurrenziert ihr damit nicht auch Mobility und Airbnb?
Sharely setzt den Schwerpunkt ganz klar und bewusst auf Alltagsgegenstände, wobei dieser Begriff natürlich recht weit ist. Was wir aber nicht anbieten werden, sind Autos und Immobilien. Dafür gibt es (auch in der Schweiz) geeignetere Plattformen (z.B. airbnb.com und bald auch sharoo.com). Wir setzen auf alles andere: Baby & Kind, Freizeit, Haushalt & Geräte, Kochen & Essen, Mobilität, Mode & Kleider, Musik, Sport, Unterhaltung & Elektronik sowie Wohnen. Alles möglichst nah, flexibel und günstig.

Wird das Thema „Shareconomy“ nicht etwas überbewertet…?
Doch 😉 Auch wir betrachten die „Sharing Economy“ nicht ohne Fragezeichen: einerseits wird etwas gehypt, was früher normal war (Teilen) und andererseits steckt meistens ein monetärer Austausch dahinter. Trotzdem: wir sind überzeugt, dass Mieten und Vermieten den Massenmarkt nur erreicht, wenn man als Vermieter gewisse Erträge generieren kann. Zudem stehen den beiden Fragezeichen durchaus grosse Vorteile gegenüber: weniger Ressourcenverbrauch, bewussterer Konsum, kurze, lokale Wege, ein intensiverer Austausch in der Nachbarschaft / im Quartier, ein grosses und flexibles Angebot sowie die Möglichkeit, Geld zu sparen, indem man ganz gezielt die gewünschten Objekte mietet. Die „Shareconomy“ ist letztlich ein theoretisches Konstrukt, Sharely versucht die Vorteile ganz konkret im Lebensalltag der Nutzer zu realisieren.

Perfekt, wir wünschen euch viel Glück und Erfolg!

Dieser Artikel wurde am 22.September 2013 von Simon Künzler geschrieben. Simon Künzler ist Mitbegründer und Managing Partner bei xeit. Er ist zudem Dozent an diversen Schulen, leitet Workshops und hält Referate. Seine Steckenpferde sind z.B. Social Media, Search Marketing (SEO/SEA), E-Mail-Marketing, Landing Pages, und, und, und...

Kontaktieren Sie mich unter +41 44 240 15 06 / simon.kuenzler@xeit.ch

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Antworten zum Artikel

  1. René F. Lisi, 22. September, 2013:

    gut gemachtes Interview. wir wünschen sharely „all the best“ für den kommenden Start.

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