Likest Du noch oder plusst Du schon? Wird 2013 das Jahr von Google+?


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Bisher hat es Google+ nicht geschafft, die breite Masse für sich zu gewinnen. Obschon laufend neue Features eingeführt werden, verharrt die Mehrheit noch bei Facebook. Ein optimaler Zeitpunkt, sich als Unternehmen ein Google+ Profil anzulegen, sich damit vertraut zu machen und gerüstet sein, wenn es im 2013 auf Google+ abgeht. Oder etwa nicht?

Lasst mich nicht allein bei Google+

Early Adopters, Trendsetzer und Mitarbeiter von Online-Agenturen sind schon lange dabei. Die Frage ist nur, ob die träge Masse nachfolgt. Google+ muss also in so starkem Masse besser (oder entsprechend Facebook nervig sein…), damit die Leute den Dienst wechseln, ohne dass am anderen Ende schon massig Freunde auf sie warten. Und das tun sie höchstens, wenn sie davon überzeugt sind, dass ihre Freunde mitziehen werden.

Circles bei Google und Listen bei Facebook

Das Konzept bei Google+ basiert sehr stark auf den Circles – oder Kreise zu Deutsch –, welchen die befreundeten Personen zugeordnet werden können. Auch im realen Leben gibt es solche Schubladen: da sind vielleicht Familienmitglieder, Fussballkollegen und ehemalige Militärbekanntschaften. Mit gewissen möchte man unter Umständen nicht all seine Ferienfotos teilen. Das Pendant bei Facebook sind die Listen.

Der eine macht’s, der andere kopiert’s

Wie so oft versucht sich der eine Anbieter vom anderen abzusetzen, indem er neue Funktionen einführt, welche nach einer gewissen Zeit vom Konkurrenten übernommen werden. Facebook konzentriert sich dabei aber klar auf seine Kernkompetenzen. Hier liegen denn auch die Chancen von Google+: Der Suchmaschinenriese bietet bereits eine Fülle von Tools und Angeboten, die bereits jetzt nicht mehr wegzudenken sind.

Handyfotos als wichtiges Rad im Getriebe

Was dem Facebook sein Instagram, ist dem Google fast sein Snapseed. Natürlich sind diese beiden Fotodienste nicht miteinander vergleichbar, da Instagram reichlich mehr als eine Fotofiltersoftware darstellt. Nichtsdestotrotz sollen beide Dienste mehr Freude an der Mobile-Fotografie bereiten. Und was macht man mit tollen selbstgeknipsten Fotos am liebsten? Ja, man teilt sie mit seinen Freunden. Mit Apple-Geräten kann man entsprechend Instagram-Fotos nicht auf Google+ teilen – und Snapseed-Bilder nicht auf Facebook. Man gönnt sich offensichtlich nix.

Im Nu vom Google-Konto zu Google+

Kleiner kann der Schritt zu einem Google+ Account kaum sein: Wer Gmail, Google-Drive, Google Reader oder sonst ein Google-Produkt nutzt, für welches ein Google-Konto benötigt wird, ist automatisch auch schon „Google+ ready“. Dasselbe gilt übrigens auch für den zugekauften Video-Dienst YouTube, der auch mit dem Google+ Konto verknüpft werden kann. So wurde kürzlich der Video- durch den YouTube-Reiter ersetzt, auf welchem nun die YouTube-Videos des eigenen verbundenen Accounts einfach hinzugefügt werden können.

Funktionen warten darauf, eingebettet zu werden

Wie bereits beschrieben, ist der Google-Funktionsumfang dem Facebook‘schen ziemlich überlegen. Nach und nach implementiert Google diesen auch in sein Social Network: Veranstaltungen oder „Google+ Events“ werden bei einer Teilnahme gleich im Google-Kalender angezeigt. Ist man gerade bei einem solchen Event dabei und teilt das Google mit, so werden die Fotos, die man schiesst, direkt auf dem Event-Feed gepostet. Eine weitere Verbindung ist die Verwendung respektive die Ablösung von Google Places: Bei Google+ Local kann man gleich mit seinem Google+ Profil eine Bewertung schreiben, andererseits sieht man beispielsweise, wie die eigenen Freunde einen Place bewerten. Hat man sein Geschäft auf Google Places eingetragen, erhält man nun einen Eintrag auf Google+ Local. Dieser ist gleichzeitig auch der Google+ Auftritt lokaler Geschäfte, wo auch eigene Posts abgesetzt werden können. Ganz schön nutzt das Restaurant Hiltl diese Funktion. Wer als Unternehmen bereits auf Google+ aktiv ist, sollte das Profil also unbedingt mit dem Google+ Local-Eintrag verknüpfen, vorausgesetzt das Profil wurde auch als Ort angelegt.

Google+ kann aber auch auf Gmail, also den E-Mail-Dienst Googles, zugreifen. Wird die eigene Page von einem User eingekreist, werden die eigenen Kontaktdaten gleich in seinem Gmail-Adressbuch eingetragen. Ist in den Kontaktdaten auch noch die E-Mail-Adresse angegeben, wird natürlich auch diese gleich im Adressbuch gespeichert. Eine interessante Funktion für das E-Mail-Marketing also.

Neu bei Google+: Communities oder Gruppen

Im Gegensatz zu den Circles, die jeder für sich anlegt und wo die einzelnen sich im Kreis befindenden Personen nichts voneinander wissen, sind Communities öffentlich mit eigener Community-Page. Ich kann also sehen, wer auch noch Mitglied in einer dieser Gruppen ist und ihn direkt ansprechen. So können sich die Plusser in Gruppen bewegen und sich mit Interessensgenossen bequem austauschen. Wer sich zum Beispiel zu vegetarischen Rezepten austauschen und über die fleischlose Küche unterhalten will, der tritt „Vegetarisch Kochen“ bei. Seine Urlaubsfotos postet man am besten in der „Reise Community“, während das Prachtstück unter den Mitgliedern von „Cars“ herumgezeigt wird.

Und wie sieht das für Unternehmen aus?

Für Unternehmen ist Facebook momentan insofern attraktiver, als dass der blaue Riese die Möglichkeit der Custom Tabs anbietet und – noch wichtiger – auch Werbeanzeigen. Ein Plus von Google+ ist aber die zielgruppengerechte Ansprache durch die Circles. So können beispielsweise Kreise nach Geschlecht oder Alterskategorien erstellt werden. Inzwischen führt aber auch Facebook diese Funktion für Fanpages ein. Nichtsdestotrotz stellt Google+ einen Raum dar, der viele potentielle Touchpoints enthält.

So gelingt mein Google+ Auftritt

Man sollte nicht einfach denselben Post über verschiedene Social Media-Kanäle rattern lassen, das ist ein alter Hut. Dasselbe gilt natürlich auch bei Google+. Wie so oft sollte man sich zuerst überlegen, welche Strategie man fahren will. Sollten zum Beispiel eigene Blogposts über diesen Kanal verbreitet oder Rätsel gepostet werden? Das sollte vorher geklärt werden. Hier findet Ihr Tipps, was man bei einem Google+ Auftritt alles beachten sollte.

Google+ wird für die Suchmaschinenoptimierung wichtiger

Google setzt bekanntlich bei seinem Suchalgorithmus auf qualitative Inhalte. Und wer entscheidet, was qualitativ hochwertig oder vielleicht eher „relevant“ ist? Je länger je mehr sind das die User, die sich in den sozialen Medien bewegen, teilen, liken, oder eben plussen. Dies ist die eine Seite der Geschichte, die andere ist die, dass Google+ Profile bei Google entsprechend ranken und besser indexiert werden als zum Beispiel Facebook. Klar, ist ja Google…  Mit Google+ wird die Google-Suche aber auch personalisierter: Es besteht die Möglichkeit, die eigene Website mit dem persönlichen Google+ Profil zu verknüpfen. So werden einzelne Artikel zum Beispiel eines Blogs in den Suchresultaten mit einem Miniaturbild des Autors versehen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass solch personalisierte Resultate entsprechend eine höhere Klickrate aufweisen als nichtpersonalisierte.

Werbung für Google+

Google+ kommt zumindest im Moment noch ganz ohne Werbung auf dem Newsfeed aus. Wie es aussehen wird, wenn das Schalten von Anzeigen aus Gründen der Reichweite lukrativer würde, wissen wohl nur die Google-Götter. Allerdings kann bereits jetzt der Google+ Auftritt mit den eigenen Google AdWords verknüpft werden. So sehen die Google-Sucher bei den Anzeigen auch gleich, wie viele Followers die Werbeschaltenden auf Google+ haben und auch wie viele die Zielseite plussen.

Fazit: Gute Chancen für Google und Unternehmen

Ob Google+ in anderen Herren Länder bereits rege genutzt wird, interessiert hierzulande wenig. Wenn es Google aber schafft, den Funktionsumfang seines Sorgenkinds so benutzerfreundlich wie jetzt auszubauen, stehen die Zeichen gut, dass das Versäumnis eines Unternehmensprofils auf Google+ für viele Firmen und Institutionen eine verpasste Chance bedeuten wird.

Was denkt ihr, wird das 2013 das Google+-Jahr? Wir haben dazu eine Umfrage erstellt. Erst einmal auf Facebook, weil das auf Google+ noch nicht möglich ist.

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Dieser Artikel wurde am 10.Januar 2013 von Philippe geschrieben.

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