Love 2.0 – Wie die heutigen technischen Möglichkeiten das Liebesleben beeinflussen
31. Oktober 2011 von Simon | 1 Kommentar
Früher war alles besser – diesen Spruch hört man oft. Doch ist es wirklich so, dass früher alles besser war? In den letzten 100 Jahren hat unsere Gesellschaft einen gewaltigen technologischen Entwicklungsschritt gemacht. Dieser hat einerseits Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Seiten einer Kultur, aber auch auf die sozialen Aspekte. Im letzten Jahrhundert hat unsere Kultur eine gewaltige Veränderung durchgemacht. Im Jahr 1900 war unsere Gesellschaft ein Bauernvolk, bei welchem die Rollen von Mann und Frau klar verteilt waren. Nicht selten wurden Beziehungen eingegangen, um den Weiterbestand eines Bauernbetriebes und somit die eigene Existenz zu sichern. Die Technologie beschränkte sich auf Elektrizität – falls überhaupt vorhanden. Auch wer heute in der Schweiz am Existenzminimum lebt, hat Anspruch auf einen Internetanschluss. Man ist mobil wie nie zuvor und die Gleichberechtigung ist (grösstenteils) absolut selbstverständlich. Die absolute Konsumgesellschaft ist Realität. So ist Leben ohne Mobiltelefon absolut undenkbar. Jeder ist überall und jederzeit erreichbar – auch für seinen Lebenspartner und oder Liebhaber. Zwei Personen – Ein Paar Doch fangen wir vorne an. Es gab einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung und verbesserte Sozialsysteme. Nicht zuletzt aufgrund der Erfindung der Pille in den 70er-Jahren sind Frauen bei der Lebensplanung flexibler geworden. Diese Veränderungen beeinflussen auch die Partnerwahl. So werden Beziehungen eher kürzer, da man aus diversen Gründen nicht mehr so sehr an einen Partner gebunden ist. Dies bewirkt, dass Partnervermittlungsplattformen wie be2 oder Parship einen Boom erleben. Eine Umfrage in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat gezeigt, dass 19.1% der Internetnutzer bereits online einen Partner kennen gelernt haben. Durch die sozialen Netzwerke ist man schneller mit jemandem „befreundet“. So werden eher mehrere Partner“ geprüft“, bis der oder die Richtige gefunden worden ist. Facebook und Co. bieten für die breite Masse sicherlich eine ideale Plattform, um sich möglichst optimal darzustellen. Ist der erste Kontakt einmal hergestellt, sind die Möglichkeiten zur Kontaktpflege fast grenzenlos. Mit dem Griff zum Smartphone kann man sein gegenüber hören (Telefon), oder auch sehen (Facetime). Man kann zeitlich parallel (Chat) oder versetzt schreiben (E-Mail). Die Verbindungskosten sind verschwindend gering und auch vor Landesgrenzen machen diese Technologien nicht halt. Ist sein Partner/seine Partnerin im Ausland, kann man bequem mit Skype miteinander kommunizieren und die physische Distanz gewissermaßen aufheben. Drei ist einer zu viel Lernt man jemanden kennen, sind heute schnell die Mobiltelefonnummern ausgetauscht. So ist es möglich mit jemandem direkt Kontakt aufzunehmen ohne dass jemand anderes davon mitbekommt. Dies kann natürlich auch ausgenutzt werden. Ist man mit seinem Partner/seiner Partnerin nicht mehr so glücklich, vereinfachen die neuen Kommunikationsmöglichkeiten die Logistik vom Fremdgehen enorm. So kann man beispielsweise spontan per SMS abmachen, ohne dass jemand anderes davon Wind kriegt. Wer ganz sicher sein will, besorgt sich einfach eine Prepaid-Karte mit einer zweiten Natelnummer. So ist es für den Betrogenen/die Betrogene fast unmöglich herauszufinden, welches Spiel gespielt wird – auch wenn das Mobiltelefon kontrolliert wird. Dennoch bieten diese Möglichkeiten nicht nur logistische Vorteile. So gibt es das Phänomen von sogenannten Social Fails. Dies sind Pannen oder Missgeschicke im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken. Ein Beispiel dazu ist das untenstehende Bild: Mashall hat sich nicht ausgeloggt und seine Freundin hat Nachrichten gelesen, welche eigentlich nicht für sie bestimmt waren. So fand sie heraus, dass er mit anderen Frauen geflirtet hat. Doch selbstverständlich liess sie das nicht einfach so auf sich sitzen. Postwendend änderte sie seinen Beziehungsstatus von „in einer Beziehung“ zu „Single“ und verkündete das Geschehene unter seinem Namen auf Facebook. Für die Reputation von Marshall war dies mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht sehr förderlich. Gerade wenn man ein solches Spiel spielt, sollte man stets auf der Hut sein, dass genau solche Sachen nicht passieren. Da war doch noch was Ist eine Beziehung am Ende gibt es irgendwann den Zeitpunkt, an welchem man einen Schlussstrich ziehen muss oder will. Auch hier sind den Fantasien keine technologischen Grenzen gesetzt. Während vor 100 Jahren solche Sachen meist persönlich mitgeteilt wurden, ist dies heute längst nicht mehr der Fall. So etwas seinem Gegenüber und dem Umfeld mitzuteilen ist nicht gerade die schönste Sache der Welt. So gibt es hier auch ein schönes Beispiel zu einem Social Fail: Ist der Schlussstrich einmal gezogen, gibt es nahezu unendliche Möglichkeiten, einen Rosenkrieg multimedial zu führen. Unschöne Statements sind schnell auf Facebook und Co. veröffentlicht und unvorteilhafte Bilder schnell im Netz verschickt. Ein Löschen solcher Daten ist nachträglich meist nicht mehr möglich. Nicht selten tritt so der eine oder die andere ins juristische Fettnäpfchen. Nach dem Grundsatz „einmal im Netz, immer im Netz“ sollte man sich generell zweimal überlegen, was man wirklich schreibt oder hoch lädt, um keine böse Überraschung zu erfahren. Die Klassiker neu umgesetzt Doch selbstverständlich gehen nicht alle Partner/innen fremd. Entscheidet sich ein Paar zur Heirat, kann es dies immer noch klassisch in der Kirche/Synagoge etc. tun. Doch auch hier sind Versänderungen zu erfahren. Anstatt Heiratseinladungen werden nun beispielsweise Veranstaltungsanfragen auf Facebook verschickt. Wie weit die Verbundenheit mit sozialen Netzwerken gehen kann, zeigte sich beispielsweise an der Hochzeit von Dana und Tracy Hanna. Die beiden haben während der Hochzeit direkt vor dem Altar ihren Facebook-Status auf „verheiratet“ gesetzt. Das Video dazu gibt es hier: Moment mal… Sicherlich wäre es zu einfach, sämtliche Veränderungen der Partnerwahl und des Beziehungslebens der technischen Entwicklung zuzuschieben. Dennoch hat sie sicherlich einen grossen Einfluss auf das soziale Netzwerk allgemein (also offline). Gerade Personen mit eher geringen sozialen Kompetenzen können durch die verfügbare Technik einerseits Vorteile erhaschen, jedoch durch die soziale Veränderung wiederum unter Druck stehen. Ob nun die Vor- oder Nachteile überwiegen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedoch, dass die Technologie Beziehungen verändert oder jedenfalls verändern kann. Bilder: socialfail.de Verwandte Artikel:
































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http://youtu.be/d8E1AtDE3gY
Das Video….hahah, also wenn es jetzt wirklich schon so weit ist! Ja die Technologie hat das Beziehungsleben und das Dating auf jeden Fall verändert. Die virtuellen Welten bieten zusätliche Möglichkeiten Leute kenne zu lernen.
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