Ist das Weblog am Ende?
7. März 2011 von Erwin Bucheli | 4 Kommentare
Gemäss einem Bericht in der New York Times schliessen immer mehr Junge in den USA ihre Weblogs und setzen dafür vermehrt auf Twitter und Facebook. Doch damit sind Weblogs noch längst nicht gestorben, denn gerade bei Personen mittleren und höheren Alters legen sie zu – und das zu Recht.
Junge geben ihre Blogs vermehrt auf Wie die New York Times berichtet, hat die Anzahl Blogger gemäss dem „Internet and American Life Projekt“ am Pew Research Center zwischen 2006 und 2009 bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren um die Hälfte (!) abgenommen. Bei den 18 bis 33-Jährigen war eine Abnahme der Blogger um zwei Prozentpunkte (zwischen 2008 und 2010) zu verzeichnen. Ehemalige Blogger sagen, dass die Leser fehlten oder dass sie zu beschäftigt seien, um lange Beiträge zu schreiben. Andere sagten, dass Social Networking Plattformen bereits gute Möglichkeiten bieten würden, mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. Sharing-Funktionen von Facebook bedrängen Weblogs Als Services wie Blogger oder LiveJournal vor 10 Jahren populär wurden, hatten viele Leute mit dem Bloggen begonnen. Blogs wurden lang nicht wesentlich herausgefordert – bis es Facebook ermöglichte, Beiträge aller Art (News, Fotos, Videos, Links) schnell und einfach an die Freunde zu posten. Weblogs privilegiert für kernige Diskussionen Laut Elisa Camahort Page, Mitgründerin von BlogHer (http://www.blogher.com) , verlagern sich kurze Konversationen („small talk“) tatsächlich stark Richtung Social Networks. Trotzdem sind und bleiben Blogs ein gutes Zuhause für längere, kernige Diskussionen. Diese finde man weder auf Facebook noch in den 140 Zeichen von Twitter. Ältere Blogger bleiben treu Während die jüngere Generation das Interesse am Bloggen zunehmend verliert, bleiben Leute mittleren Alters den Blogs treu. Unter den 34 bis 45-Jährigen Internetusern hat die Anzahl Blogger von 2008 bis 2010 um sechs Prozent auf 16 Prozent zugenommen. Bei den 46 bis 55-Jährigen betrug die Zunahme 5 Prozent (von 6 auf 11 Prozent), bei den 65 bis 73-Jährigen 2 Prozent (von 6 auf 8 Prozent). Unser Fazit Müssen wir hier das Ende des Weblogs verkünden? Nein. Obwohl sich besonders Jüngere immer mehr Facebook und Twitter zuwenden und ihre Blogs als überflüssig erachten, bieten diese gegenüber den zwei Riesen einige, meiner Meinung nach sehr wichtige Vorteile: Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt ist auch die Tatsache, dass User seit einiger Zeit Social Media Buttons (Share-Button, Like-Button, Likerbox, Tweet-Button, etc.) in Weblogs implementieren können. Damit können Blogger die Verbreitungsmechanismen bzw. die viralen Effekte von Facebook und Twitter ideal zu ihren eigenen Gunsten nutzen und die Möglichkeiten beider Tools kombinieren. [via] Bildquelle: pixelio.de – Schreiber II – © Niggl Niggl Verwandte Artikel:






























Antworten zum Artikel
diese unkenrufe hör ich seit mehreren jahren in regelmässigen abständen. die blogs sind tot. ich kenne auch ein paar die schreien google ist tot – oder facebook ist tot.
jeder dieser 3 thesen ist belegbar und sie stimmen auch, wenn man sie nur punktuell betrachtet.
sry wenn ich das so sage aber man kann blogs gar nicht mit twitter/facebook vergleichen. man kann höchstens twitter mit facebook vergleichen.
wie kann man ein medien wo man mehrere tausend wörter pro beitrag verwenden kann mit einem wo nur 140 zeichen erlaubt sind vergleichen?
das ist etwa so als ob man nen apfel und ne banane vergleicht. geht auch ist eine frucht aber dann hat sichs bereits die gemeinsamkeiten…
ich bin gespannt wann was passiert, wenn endlich paydcontent kommt – also zeitungen umschalten auf nicht mehr alles gratis sondern nur teile davon – wetten dann schreien die schreiberlinge “hilfe das internet ist tot”
Mein Blog wird nicht sterben. Versprochen
Stimmt schon irgendwie, dass diese Social Networke den bloggern die wertvollen Besucher stehlen
Allen besten Dank für die Kommentare
. Natürlich hoffe ich auch sehr, dass Blogs noch lange bestehen bleiben. Kann mir auch nicht vorstellen, dass sie je verschwinden… Weblogs sind schlicht zu interessant und wirklich eine riesige Bereicherung für das Web.
Grüezi Herr Mächler, vielen Dank für die Anmerkungen, sie haben recht, die beiden Instrumente sind in der Tat sehr verschieden (eben: so wie Apfel und Banane
). Trotzdem fand ich es interessant zu lesen, dass man mal schnurstracks das Medium wechselt (inkl. komplett anderer Beitragslänge und Beitragsform), um eine höhere Reichweite zu generieren.
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