Archive for November, 2006

Erhöhter Konsum von Online-Videos zu Lasten des regulären Fernsehkonsums

Donnerstag, November 30th, 2006

Haben Sie Ihr eigenes Verhalten punkto Medienkonsum auch schon beobachtet? Ich schaue jedenfalls immer weniger fern. Dafür landet schon mal der ein oder andere Online-Video-Clip auf YouTube etc. auf meiner persönlichen Playlist. Was so mancher ahnt, beweisen mittlerweile diverse Studien: Der erhöhte Konsum von Online-Videos geht zu Lasten des regulären Fernsehkonsums.[via connected.de]

Fernsehkonsum_1

Die neue Studie der BBC aus England belegt diesen Trend erneut (auch heise.de berichtete darüber):

  • 43% der befragten “Online-Videokonsumenten” schränken seit dem sie Youtube & Co. nutzen Ihren Fernsehkonsum ein
  • Insgesamt zeigt sich, dass die Nutzung von Web-Videos zunimmt: Drei Viertel der Befragten geben an, dass sie das Internet im Vergleich zum Vorjahr häufiger zum Videoschauen nutzen.
  • Aber: Bislang müssen sich Fernsehsender keine Sorgen über einen grö?eren Zuschauerschwund machen: Derzeit befinden sich die Online-Video-Nutzer in der Minderheit. Lediglich neun Prozent der Briten schauen wöchentlich Web-Videos, 13 Prozent noch seltener. Rund zwei Drittel der Befragten haben weder jetzt noch in absehbarer Zukunft Interesse an Online-Videos. Erwartungsgemä? zeigt sich das junge Publikum aufgeschlossener: Von den 16- bis 24-jährigen Briten finden sich 28 Prozent wöchentlich auf Video-Portalen ein. In der Altersklasse bis 44 Jahre tun das durchschnittlich nur zehn Prozent der Befragten.

Interessant auch diese Geschichte:

Anfang Juli lief im ZDF-Kulturmagazin «Aspekte» ein Beitrag über Walter Moers neuen Kinofilm «Der Bonker», Zuschauer: 810000. Im Online-Angebot des Zweiten, der ZDFmediathek, wurde der Beitrag bis Anfang Oktober 680000-mal abgerufen. Zudem fand die Sendung ihren Weg in andere populäre Videoportale mit insgesamt mehreren hunderttausend Abrufen. Kurz: Die Online-Sehbeteiligung lag in diesem Fall über jener der TV-Ausstrahlung… (Quelle: DER SPIEGEL 40/2006)

Fragt sich jetzt: Welche Konsequenzen hat das für das Marketing und die Kommunikation der Unternehmen? Ich denke, sie sollten sich schläunigst eine Strategie zurecht legen, wie sie mit ihren bewegten Bildern umgehen.

Web 2.0 und die Telcos

Dienstag, November 28th, 2006

Die Arthur D. Little-Studie «Web Reloaded – Driving Convergence in the real world» untersucht die Auswirkungen der aktuellen Web 2.0-Entwicklungen im Internet auf die traditionellen Telekom- und Medienunternehmen. [ via pressetext ]

Das Ergebnis:

Die Telekomkonzerne und Content-Anbieter müssen mit weit reichenden Auswirkungen der Euphorie rund um MySpace, YouTube oder Flickr rechnen. Telekomunternehmen müssen rasch reagieren, wenn sie nicht auf der Strecke bleiben wollen: Die Gefahr besteht vor allem darin, dass Kunden ihre Zeit verstärkt auf den Web 2.0-Plattformen verbringen (mit dem Erschaffen von eigenem Content) und sich an diese Communities binden – und immer weniger fern sehen. Die Web 2.0-Plattformen könnten zukünftig auch Telefondienste anbieten…

Die Telcos müssen sich warm anziehen….

MMS und mobiles E-Mail nach SMS die weltweit beliebtesten Handy-Dienste

Dienstag, November 28th, 2006

Die GSM Association, der Interessensverband für Handy-Benutzerhat 3′061 Konsumenten aus Europa, Nordamerika und Asien zur Nutzung von Handy-Diensten befragt. [ via netzticker ]

Die Ergebnisse:

    • MMS und mobiles E-Mail sind nach SMS die weltweit beliebtesten Handy-Dienste.
    • Für 40 Prozent der Befragten MMS unverzichtbar.
    • 38 Prozent der Befragten wollen auf mobiles E-Mail nicht mehr verzichten.
    • Auf Rang vier der Beliebtheitsskala mobiler Dienste folgen SMS-Alerts, Rang fünf Instant Messaging.

Der sakku Case macht wirklich Schule

Montag, November 27th, 2006

Der sakku Case scheint wirklich Schule zu machen. Nachdem der Case am PR Symposium von Jürg Stucker präsentiert wurde, berichtete der Kleinreport darüber.

sakkucase

Das persönlich blau berichtet jetzt in der November-Ausgabe (S. 76) erneut über das Fallbeispiel.

Interessante Facts zu Podcasting

Freitag, November 24th, 2006

Die Podcast-Show pimp my brain veröffentlich interessante Zahlen zur Nutzung und damit zur Bedeutung vom Podcasts.

  • 14% der deutschen Onliner nutzen angeblich Podcasting [ via pimp my brain ]
    Eine “representative” Umfrage im Auftrag der PR-Agentur ZPR hat ergeben, dass nur 6% der deutschen Onliner etwas mit dem Begriff Web 2.0 anfangen können. Befragt wurden 1.008 Personen zwischen 16 - 68 Jahren. 3% aller Onliner betreiben einen Weblog (sprich knapp über eine Mio.), und 14% nutzen Podcasts. Das wären 5,32 Mio. Podcastnutzer allein in Deutschland
  • 5% der deutschen Onliner haben schon mal Podcasts genutzt [ via pimp my brain ]
    5 % haben schon mal Podcasts genutzt, 4% nicht, und 91% kennen Podcasting nicht. Das ergab eine Studie von TNS Emnid im Auftrag der werben und verkaufen. Am höchsten ist die Podcastnutzung bei den 14 - 29 Jährigen mit ca. 10%.

Blogs haben steigenden Einfluss auf Kaufentscheidungen

Donnerstag, November 23rd, 2006

Die Menschen hören in der analogen Welt auf den guten Rat ihrer Freunde (Mund-zu-Mund-Propaganda). In der digitalen Welt vertrauen sie zusehends auf Blogs – weil die sind in der Regel ähnlich persönlich. [ via PR-Blogger ]

blogskaufentscheidung
[faz.net]

Die interessanten Ergebnisse der Studie von Ipsos:

  • Während 34 Prozent der deutschen Internetnutzer die klassischen Medien als glaubwürdige Informationsquelle bezeichnen, liegen Blogs mit 23 Prozent an zweiter Stelle. Klassische Werbung schneidet mit 15 Prozent und E-Mail-Marketing mit 14 Prozent dagegen viel schlechter ab.
  • 30 Prozent der deutschen Internetnutzer bereits ein Produkt nicht gekauft, weil sie im Internet negative Kommentare oder Kritiken gelesen haben

Nachtrag 27.11.2006
Laut freshdesign soll Nike gar einen verärgerten Blogger telefonisch kontaktiert haben. Die Geschichte war bei Pimp my Brain zu hören.

    Immer mehr Konsumenten verlassen sich bei ihrer Kaufentscheidung auf Mundpropaganda

    Donnerstag, November 23rd, 2006

    Dies stellte BigResearch kürzlich in einer Untersuchung für die Tourismusbranche fest [ via ecin.de ]:

    41 Prozent der Befragten verliessen sich bei ihren Kaufentscheidungen auf die Ratschläge von Freunden oder Bekannte . Aber auch von völlig Unbekannten ging ein grosser Einfluss aus: Ein Drittel der Befragten gab an, sich durch unabhängige Online-Produktbesprechungen zu informieren. Nur ein Viertel (27, 7 bzw. 27,0 Prozent) liessen sich von Werbung in Zeitungen oder im Internet beeindrucken.

    Ältere Konsumenten vertrauen für Kaufinformationen traditionelleren Medien wie Fernsehen, Radio oder Tageszeitungen und Magazine, während 18-35jährige eher neuen Medien gegenüber aufgeschlossen sind. Vor allem der zunehmende Gebrauch von digitalen Videorekordern (22,6 Prozent in dieser Altersgruppe), die das Herausfiltern von unerwünschter Werbung ermöglichen, deute hin auf eine sich ändernde Akzeptanz von Werbung, so die Analysten. Wenn es um Werbung geht, seien die Verkäufer vor allem auf das angewiesen, was ihre Kunden über sie und ihre Produkte sagen. Online-Shops müssten sich bewusst sein, wie Konsumenten zu ihren Kaufentscheidungen gelangen, bilanziert Phil Rist von BIGresearch. Dazu müssten den Kunden mehrere unterschiedliche Vehikel zur Verfügung gestellt werden, über die Produktinformationen abgerufen werden können.

    Wie heisst es doch so schön? Märkte sind Gespräche. Zu ähnlichen Ergebnissen für die Tourismusbranche kommt die neue Studie von ACNielsen.

    Online-Video-Konsumenten sind älter als erwartet

    Donnerstag, November 16th, 2006

    Online-Videos und Online Video Ads (auch Streaming Video Ads) sind im Moment ein grosses Thema in der Welt der Online-Marketers.

    Der kürzlich veröffentlichte Report «Internet Video: Advertising Experiments and Exploding Content» von eMarketer hat es in sich. Verfasst von David Hallerman auf 40 Seiten und illustriert mit ca. 80 Charts. Einige wichtige Ergebnisse konnten schon in meinem Blog gelesen oder auch auf der Website von eMarketer.com studiert werden.

    Jetzt veröffentlicht Louis Hau von forbes.com einige interessante Facts aus dem eMarketer-Report (die Zahlen gelten alle für die USA):

    • YouTube, News Corp.’s, MySpace, Google, MSN und Yahoo haben am meisten «Video Viewers». Das ist keine ?berraschung.
    • Am beliebtesten sind «music videos» bei den Online-Video-Konsumenten. Für mich auch keine ?berraschung.
    • Das Durchschnittsalter Online-Video-Konsumenten beträgt stolze 39 – es sind also nicht primär die Teens und Twens, die sich die Online-Videos reinziehen. Aha… So überraschend ist das auch nicht, wenn man die generelle Altersstruktur der Internetnutzer kennt. Den grössten Teil machen immer noch die 30-40 Jährigen aus.
    • Das Betrachten von Online-Clips ist nicht die hauptsächliche Beschäftigung im Internet. Am meisten werden folgende Services oder Angebote genutzt: e-mail (96%), instant messaging (37%), playing games (36%). online videos ansehen kommt aber immerhin schon auf Rang vier mit 25%. Ich würde meinen: Rang vier ist doch beachtlich! Vor 1-2 Jahren tauchten Online Videos in diesen Rankings noch gar nicht auf.
    • 54% der «Heavy User» konsumieren Online Videos oder gestreamte Live Musik. Aber: «that still lagged far behind shopping (84%), entering contests (80%), playing games (73%), listening to Internet radio (71%), reviewing a product (68%) and sharing photos (67%).» Klar, das Internet ist ein «aktives Medium». Wenn man sich berieseln lassen will, kuckt man besser fern. Es gibt ja aber ganz spannende interaktive Online-Video-Formate.
    • Und wie reagieren die User auf Online Video Ads? Sehr, sehr gut! 31% geben an, sie besuchen die Unternehmenswebsite nachdem sie sich das Video angeschaut hätten. 14% besucht infolge eines Online Werbevideos sogar das Verkaufslokal des Anbieters und 14% verlangen nach mehr Informationen. Das sind doch Traumzahlen.
    • 23% einer Befragung geben an, sie wären bereit für einen «full-length movie download» zu bezahlen. Und lediglich 3 % würden gesreamte Video News, Wetterinformationen, Produkt-Reviews und Reiseinformationen bezahlen wollen. Ja, ja – im Internet wollte noch nie jemand für irgendwas bezahlen… Das ändert sich ja vielleicht auch bald. Jedenfalls schalten gewisse Content-Produzenten die Intermediäre immer mehr aus, indem sie ihre Inhalte direkt übers Internet verbreiten. Gegen Bezahlung. Disney stellt seine Filme als Steam ins Netz, da brauchts keinen Kino-Verleih mehr. Und englische Fussballclubs übertragen ihre Spiele in Eigenregie direkt übers Internet. Natürlich nicht gratis, und ganz ohne Fernsehstationen.

    Get on the Internet and have a strong brand – denn: Online-Recherche beeinflusst Kaufentscheid

    Donnerstag, November 16th, 2006

    Die neue Studie von ACNielsen beweist es einmal mehr: «Wer regelmässig im Internet surft, macht seine Kaufentscheidungen stark vom Ergebnis seiner Online-Recherchen ab.» [ via netzticker ]

    Die wichtigsten Erkenntnisse gemäss netzticker:

    • die Internetsuche ist in den Kategorien Urlaub und Reisen mit 64 Prozent der Befragten in der Schweiz das meist genannte Entscheidungskriterium.
    • Danach folgt die Kategorie MP3-Player mit 39 Prozent, Handys mit 37 Prozent und Autos mit 29 Prozent.

    Spannend finde ich die nachfolgende Grafik:

    purchaseinfluencers
    [ ACNielsen, S. 2 ]

    «Searching the Internet», «Blogs on the Internet» und «Word Of Mouth» scheinen den grössten Einfluss beim Kauf von «Weight Loss Products» und «Vacations» zu haben. Hmm… Ich hätte gedacht, dass Word Of Mouth bei anderen Produkten wie zum Beispiel Autos eine ebenso grosse Rolle spielen würde wie die Marke und die früheren Erfahrungen mit dieser. Wobei… Autokäufer bleiben ihrer Marke ja oftmals über Jahre treu.

    Gemäss dieser Grafik müssten Reiseanbieter stark auf Suchmaschinen Marketing setzen. Das tun sie meines Wissens auch. Aber wie viele Reiseanbieter führen einen Blog, oder beteiligen sich in Blogs? Das könnte eine Marktlücke sein.

    Mehr Budget für Online Werbung – auch im Video-Format!

    Donnerstag, November 16th, 2006

    Die Menschen verbringen mit 14 Stunden pro Woche mittlerweile gleich viel Zeit im Internet wie mit Fernsehen [via ecin.de]. Da drängt sich doch eine Umdenken bei der Budgetallokation förmlich auf!

    Die neue Studie von JupiterKagan prognostiziert daher: Online-Werbung wird sich weiterhin branchenübergreifend im Wachstum befinden.

    Interessant auch: Weil das Thema Online-Video so aktuell ist und laufend neue Anwendungen zum Tragen kommen (zum Beispiel: ab sofort können LYCOS iQ-(neu 2010 http://www.cosmiq.de) Nutzer ihren Fragen und Antworten nicht nur Bilder, sondern auch komplette Videos anfügen und damit die gemeinsame Wissenssammlung um bewegte Bilder bereichern. [via ecin.de ] ), brummt auch der Markt für Online Video Advertising kräftig.



    eMarketer.com prognostiziert folgenden interessanten Wert: 2010 werde einer von 10 Dollar für Internetwerbung auf das Medium Video fallen. [ via ecin.de ]

    Schöne Aussichten! Hoffen wir, Marketingverantwortliche haben ebenfalls bald den nötigen Weitblick.

    Nachtrag 16.11.2006
    Interessant auch, dass laut MediaPost der prozentuale Anteil von Online Video Ads gemessen an den Ausgaben für TV-Werbung per 2010 rund 3.3 Prozent betragen soll. Immerhin.